Jetzt ist die Zeit für die Baute in Alosen reif

Im Oberägerer Dorfteil Alosen fehlt ein Merkzweckgebäude. Jetzt nimmt die Gemeinde dafür einen neuen Anlauf.

Marco Morosoli
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So soll das Mehrzweckgebäude in Alosen dereinst aussehen.

So soll das Mehrzweckgebäude in Alosen dereinst aussehen.

Visualisierung: PD

Alosen hat eine lebendige Fasnacht. Der Umzug am Güdelmändig ist der Stolz aller Alosner. Aber neben den erwähnten Aktivitäten gibt es im Flecken ein reges Vereinsleben. Was hingegen fehlt: Ein Lokal, um sich zu treffen. Diesem Mangel will der Gemeinderat von Oberägeri nun abhelfen. Am kommenden Montag (9. Dezember, 20 Uhr, Maienmatt) legt er der Gemeindeversammlung ein Kreditbegehren von 5,4 Millionen Franken vor. Mit diesem Geld will die Gemeinde ein Mehrzweckgebäude erstellen. Bis jetzt sind die Alosner Vereine auf das Wohlwollen von Privaten angewiesen, um ihren Aktivitäten nachgehen zu können.

Wie der Vorlage des Gemeinderats zu entnehmen ist, soll es in diesem «Gemeindehaus» vier Wohnungen geben. Deren drei sollen als Alterswohnungen vorgehalten werden. Für den Hauswart ist die vierte Wohnung vorgesehen. Im Weiteren ist ein Mehrzweckraum geplant, von dem aus die Aussenanlagen direkt erreichbar sind. Den Kinderspielplatz, der bereits in unmittelbarer Nähe besteht, haben die Planer in den Neubau integriert. Er gehört aufgefrischt, hingegen bleibt der daneben liegende Fussballplatz unangetastet.

Das Mehrzweckgebäude kommt ins Dreieck zu stehen, welches der Kirchweg und die Schwandstrasse bilden. Die drei Landparzellen, auf welchen der geplante Neubau errichtet wird, gehören der Gemeinde Oberägeri.

Die Planungen gehen auf das Jahr 2014 zurück

Die Baukosten für den Neubau betragen laut der Gemeinderatsvorlage 5,4 Millionen Franken. Der Gemeinderat hat die Baute eigentlich schon vor fünf Jahren realisieren wollen. Ein Projektierungskredit in der Höhe von 200000 hat die Gemeindeversammlung im Jahre 2014 durchgewinkt, aufgrund markanter Mindereinnahmen bei den Steuern in der Mitte dieses Jahrzehnts musste der Gemeinderat allerdings einige Projekte aus dem Budget nehmen. Dank des finanziellen Aufschwungs im Vorjahr hat der Gemeinderat das Projekt einer Mehrzweckanlage in Alosen wiederholen in die Investitionsplanung aufnehmen können.

Die CVP, die FDP wie auch das Forum Oberägeri äussern sich wohlwollend zum vorerwähnten Projekt. Die SVP hat derweil, wie in ihrer Medienmitteilung zu lesen ist, zum Projekt noch offene Fragen. Näher ins Detail geht die Partei jedoch nicht. Sie will diese am Montag vor Ort in der Maienmatt in Oberägeri stellen.

Eine Diskussion dürfte es beim Budget 2020 der Einwohnergemeinde geben. Oberägeri sieht als eine der wenigen Gemeinden im Kanton Zug ein Minus von 410000 Franken vor. Trotz dieses budgetierten Verlustes hält der Gemeinderat daran fest, den Steuersatz auf 60 Prozent zu senken: «Aufgrund der aktuellen Entwicklung, der langfristigen Prognose der Steuererträge und der finanzpolitischen Diskussion mit der Strategiekommission erachtet es der Gemeinderat aus heutiger Sicht als richtig und vertretbar, ab 2020 eine Senkung des Steuerfusses auf 60 Prozent zu beantragen.

Beat Strebel, er ist Co-Präsident der FDP-Ortspartei, schreibt, dass die Steuersenkung um fünf Prozentpunkte «gerechtfertigt» sei. Strebel will das aber nicht als Freipass für den Gemeinderat auffassen und hält in der Presseaussendung fest: «Die FDP wird sich auch in Zukunft für einen transparenten Umgang mit den Gemeindefinanzen einsetzen.» Auf einer Linie mit dem Gemeinderat ist die CVP. Ihre Exponenten haben in der Parteiversammlung sämtliche Traktanden durchgewinkt.

Derweil die SVP auch bei der Budgetbehandlung noch «Fragen stellen will». Das Forum Oberägeri hingegen will den Steuerfuss nur um drei Prozentpunkte reduzieren. Forum-Oberägeri-Präsident Philipp Röllin schreibt dazu: «Oberägeri sollte vor allem attraktiver für Familien mit Kindern werden, und dies geschieht nicht über die Senkung der Gemeindesteuern.»