Jetzt kann sie staunen

Die fünfte Jahreszeit beginnt für Brigitte Affentranger aus Allenwinden am Aschermittwoch. Dafür ist es während der verrückten Tage ruhig.

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Mit viel Herzblut: Brigitte Affentranger. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Mit viel Herzblut: Brigitte Affentranger. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Als ihre Kinder in die Schule kamen, also vor rund 18 Jahren, wurde für Brigitte Affentranger aus einer normalen sechstägigen Fasnacht dies, was heute ein Ganzjahresjob ist: Die gebürtige Luzernerin näht Fasnachtskleider. Für Guggenmusigen, für Private und nicht zuletzt auch für sich und ihre Familie.

Und dies so gut, dass sie sich vor Aufträgen kaum retten kann. «Wer erst im September kommt, dem muss ich eine Absage erteilen», sagt die fleissige Schneiderin, die seit Sommer jeweils vierzig Stunden die Woche in ihrem Nähatelier in Allenwinden verbringt.

Viel Herzblut ...

Einfache Kleider näht Affentranger in 10, aufwendigere brauchen bis 22 Stunden. Auf einen fixen Preis legt sie sich indes nicht fest: «Das variiert ganz nach Aufwand.» Aber aus finanziellen Überlegungen nähe sie bestimmt nicht, dafür sei ihr Stundenansatz viel zu tief. Vielmehr arbeite sie mit «einer Menge Herzblut, und dies wird nicht bezahlt».

... und pure Freude

Jetzt, wo die Fasnacht begonnen hat, kann sich Brigitte Affentranger ausruhen. Und geniessen: «Es ist pure Freude, die fertig genähten Kleider zu sehen. Auch Umzüge sind sehr interessant: man sieht, wie andere die Kleider genäht haben.» Nur gucken und geniessen ist dann aber doch nicht während der fünften Jahreszeit; ab und zu muss Näherin Affentranger notfallmässig ein Kleid flicken. «Dank den neuen Stoffen aber eher selten und bei Kleidern, die ich gemacht habe, ganz selten», sagt sie schmunzelnd.

Bald aber geht es wieder los mit Planen für die nächste Fasnacht, vielleicht bereits am Mittwoch. Brigitte Affentranger: «Letztes Jahr erhielt ich schon am Aschermittwoch Nähanfragen für die diesjährige Fasnacht.»

Jonathan Furrer / Neue ZZ