Josef Lang: Engagiert seit Jahrzehnten

Der überraschend abgewählte Zuger Nationalrat Josef Lang – den jedermann Jo Lang nennt – ist ein durch und durch linker Politiker. Seit Jahrzehnten engagiert er sich für soziale Anliegen und gegen die Armee und nahm dabei manche Anfeindung in Kauf.

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Josef Lang, kurz nachdem er von seiner Wahlniederlage erfahren hat. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Josef Lang, kurz nachdem er von seiner Wahlniederlage erfahren hat. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Geboren wurde Jo Lang am 29. April 1954 im aargauischen Aristau, wo er als ältestes von acht Kindern aufwuchs. Schon mit 16 Jahren eckte er an: Wegen «fremder Weltanschauung» wurde er aus dem Kollegium Sarnen OW ausgeschlossen, wie es auf seiner Website heisst. Er wechselte an die Kantonsschule Zug, wo er die Matur machte.

1973 war Lang Mitbegründer der Zuger Sektion der antistalinistischen Revolutionären Marxistischen Liga (RML), die sich später den Namen Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) gab. Er studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik. Als Thema für seine Dissertation wählte er die nationale und soziale Bewegung im spanischen Baskenland in der Zeit Francos.

Sein klar linkes politisches Engagement brachte ihm 1980/81 Berufsverbote an der Universität Zürich und der Kantonsschule Zug ein. Seit 1982 unterrichtet er aber an der Baugewerblichen Berufsschule Zürich.

Bekannt wurde Jo Lang einer breiteren Öffentlichkeit insbesondere durch seinen Kampf für die Armeeabschaffung und ein restriktives Waffengesetz. 1985 war er Mitinitiant der GSoA-Initiative, 1989 veröffentlichte er das armeekritische Buch «Die Seele der Nation».

1982-1994 war Lang Mitglied des Zuger Stadtparlaments, 1984-2004 sass er im Kantonsrat, wo er 2001 das Attentat miterlebte. 2003 wurde er für die Alternative Kanton Zug in den Nationalrat gewählt. Damals schnappte er der FDP den Sitz weg, den sie am Sonntag nun zurückholte.

sda