JUBILÄUM: Der «Scampiball» hat jetzt eine Zwei am Rücken

Zum 20. Mal findet am Samstag der von der Gugge «Descampados» organisierte Fasnachtsball statt. Es soll ein tierisches Fest werden.

Julian Feldmann
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Hier üben sie noch. Doch in wenigen Tagen gilt es für die «Descampados» ernst. (Bild: Werner Schelbert)

Hier üben sie noch. Doch in wenigen Tagen gilt es für die «Descampados» ernst. (Bild: Werner Schelbert)

Die «Scampis» sind in Feierlaune. Das ist für eine Guggenmusig an sich nichts Besonderes. Nur: Es gibt bei den «Descampados» allen Grund zum Festen. Heuer hagelt es nämlich Jubiläen: 2015 wird der Gründung des Balls, der «Scampibar» und der Gugge selbst gedenkt. «Die ‹Scampis› feiern gern und gut», freut sich die Werbezuständige Nadine Fischer. «Und wenn es dazu noch einen besonderen Anlass wie dieses Jubiläum gibt, möchten wir dies gerne teilen.»

Hier wird ein Zirkus veranstaltet

«Schiss uf Disco, gömmer Zirkus», lautet das Motto des Jubiläumsballs. Die «Scampis» haben dafür keinen Aufwand gescheut. «Wir haben verschiedene Bereiche des Zirkus’, zum Beispiel einen Streichelzoo, einen Liebeszirkus ‹Oh lala›, einen Artistenbereich und vieles mehr, was sich anzuschauen lohnt», so Nadine Fischer. Romero Schmid, der die Auftritte der Gugge organisiert, sagt: «Wir haben uns Mühe gegeben und viel Zeit in eine coole Deko investiert.» «Wir sprechen von Tigerkäfigen, nicht von zwei mal zwei Meter ‹Täfeli›», lässt Präsident Marco Rust die Vorfreude steigen.

In der Manege der Chollerhalle sind ab 21 Uhr dann einige Guggen geladen. Namentlich: «Los Contineros» und «Figorowa» aus Zug, «Villettechlöpfer aus Cham, «Profis-Ohrisch» aus Baar sowie «Chyybääderli» aus Altdorf, und «Ratteschwänz» aus Oberrüti. Zahm sind diese Artisten mit Bestimmtheit nicht.

«Wird das der beste Scampiball aller Zeiten», fragen wir Marco Rust. «Selbstverständlich», kommt es wie aus der Kanone geschossen zurück. «Wir versuchen uns jedes Jahr zu toppen.» Nadine Fischer gibt ihrem Präsidenten Rückendeckung: «Der Scampiball zählt zu den legendärsten Zuger Fasibällen und ist ein Muss für alle Fasnächtler.»

Angefangen hat es in der Brauerei

Dabei findet der Anlass seinen Ursprung in einem eher verhaltenen Rahmen. Im Restaurant Brauerei in Baar wurde 1996 in bescheidener Grösse der erste Scampiball durchgeführt. Später fand der Fasnachtsball im Burgbachsaal in Zug statt, seit 2006 ist die Chollerhalle Gastgeber der Veranstaltung.

Trotz der langen Geschichte des Balles kommt es in diesem Jahr zu einem Novum: Die «Descampados» geben an ihrem eigenen Fest ein Gastspiel und stimmen um Mitternacht fasnächtliche Töne an zum allerersten Mal. Möglich sei dies nur dank der Unterstützung der Gugge «Los Contineros», die sich während dem Auftritt der «Scampis» um den Betrieb kümmern.

Der 20. Scampiball ist nicht das einzige Jubiläum, dass die «Descampados» in diesem Jahr feiern dürfen. Am 11. April wird es nämlich genau 25 Jahre her sein, seit die Gugge von zwölf Fasnachtsbegeisterten in Zug gegründet worden ist. Als wäre das nicht schon genug, feiert auch die «Scampibar» am Schmudo einen runden nämlich ihren zehnten – Geburtstag.

«Würden uns über Beitritte freuen»

Nicht, dass die «Scampis» ohne diese Jubiläen keine gute Laune hätten: «Es ist immer toll, mit dieser lässigen Truppe unterwegs zu sein», sagt Nadine Fischer. «Egal, wo man ist, es herrscht stets eine tolle Stimmung.» «Das Gemeinschaftsgefühl in dieser Gugge ist genial», sagt auch Romero Schmid und geht damit mit dem Präsidenten einig: «Der Zusammenhalt ist top», so Rust. «Wir sind eine super Truppe und gehen zusammen durch dick und dünn.»

Der einzige Wermutstropfen ist, dass sich die Suche nach neuen Mitgliedern alles andere als einfach gestaltet. Marco Rust weiss wieso: «In einer Gugge zu sein, erfordert enorm viel Engagement.» Schon im Frühherbst beginnen nämlich jeweils die Proben, über die Fasnacht herrscht sowieso Hochbetrieb. «Viele sind nicht bereit, so viel Einsatz zu geben», meint der Präsident. Motivierter Zuwachs sei deshalb herzlich willkommen und Rust rechnet sich dafür Chancen aus: «Wir hoffen, dass dieses Jubiläum ein paar neue Mitglieder anlockt.»

Julian Feldmann