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JUBILÄUM: «Man muss einen Traum haben»

Die Alfred Müller AG feiert heuer den 50. Geburtstag. Geschäftsleiter David Hossli ist zwar erst seit zweieinhalb Jahren dabei, blickt aber zurück und nach vorne.
David Hossli ist seit zweieinhalb Jahren Geschäftsleiter der Alfred Müller AG. (Bild Werner Schelbert)

David Hossli ist seit zweieinhalb Jahren Geschäftsleiter der Alfred Müller AG. (Bild Werner Schelbert)

Interview Samantha Taylor

Seit zweieinhalb Jahren ist David Hossli (45) Vorsitzender der Geschäftsleitung der Alfred Müller AG. Er ist der erste Geschäftsleiter, der nicht aus der Familie kommt. Wie er sich in dieser Rolle eingefunden hat und wie er das Unternehmen wahrnimmt, erzählt er im Interview mit unserer Zeitung.

David Hossli, wenn Sie in Zug ein Haus bauen könnten, was für eines wäre das, und wo würde es stehen?

David Hossli: Ich würde fast überall im Kanton Zug bauen. Es ist ein wunderschöner Kanton mit vielen tollen Lagen. Ich sage aber immer, beim Häuserbauen muss man einen Traum haben. Und wenn ich diesen Traum für Zug formuliere, dann wäre natürlich ein Grundstück mit einem Einfamilienhaus mit Seeanstoss, Grünfläche und einem guten Blick in die Berge sehr schön. Wichtig wäre mir auch, dass ein Kindergarten und die Schule in der Nähe wären. Ich habe zwei kleine Kinder.

Wie wohnen Sie tatsächlich?

Hossli: Ich habe das Glück, dass ich bis auf den Seeanstoss einen grossen Teil dieses Traums verwirklichen konnte, zwar nicht im Kanton Zug, aber im Kanton Zürich. Ich wohne mit meiner Frau und meinen Kindern in einem Doppeleinfamilienhaus mit fünf Zimmern in einer Überbauung.

Was hat Sie zur Alfred Müller AG gebracht?

Hossli: Ich war Geschäftsführer eines Ingenieur- und Beratungsunternehmens. Auf das Inserat der Alfred Müller AG hat mich meine Frau aufmerksam gemacht. Die Unternehmenswerte, die in dem Inserat erwähnt wurden – korrekte Geschäftsführung, korrekter Umgang mit Kunden und Mitarbeitern –, haben mich angesprochen. Das sind Werte, die mich abgeholt haben und gut zu mir passen.

Sie sind der erste Geschäftsführer, der nicht aus der Familie kommt. Wie nehmen Sie als «Aussenstehender» die Unternehmung wahr?

Hossli: Natürlich hat man von aussen einen anderen Blick. Was mich von Anfang an fasziniert hat, ist die Tatsache, dass die Werte auch wirklich gelebt werden. Sie sind keine leeren Worthülsen, sie kommen aus der Genetik des Unternehmens.

Sind Sie in den zweieinhalb Jahren zu einem Teil der Familie geworden?

Hossli: Nein, das kann man so nicht sagen. Aber das ist auch nicht das Ziel. Ich bin ein Bindeglied und ein Vermittler zwischen der Familie, die stark integriert ist, und den übrigen Mitarbeitenden. Da ist es gar nicht schlecht, wenn man eine gewisse Distanz hat.

Immobilien sind Ihr Geschäft. Was verbinden Sie damit?

Hossli: Ich habe da ganz den Blick des Ingenieurs. Immobilien erfüllen für mich primär einen Zweck. Entweder geht es ums Wohnen und dass man sich darin wohlfühlt, oder es geht darum, wirtschaftliche und alltagstaugliche Arbeitsräume zur Verfügung zu stellen. Das ist für mich zentral. Immobilien gehören aber auch zu den langlebigsten Investitionsgütern, die es gibt. Etwas mit einer so langen Lebensdauer in das heutige Umfeld zu stellen und damit die Umgebung nachhaltig zu gestalten, ist eine Herausforderung. Das bringt eine grosse Verantwortung mit sich, die wir gerne wahrnehmen.

Die Alfred Müller AG und ihre Bauten werden in der Öffentlichkeit als pragmatisch und praktisch wahrgenommen, allerdings nicht unbedingt als sexy oder besonders mutig. Was sagen Sie zu dieser Behauptung?

Hossli: Ich würde präzisieren, dass wir als partnerschaftlich und professionell wahrgenommen werden. Alfred Müller hat das Unternehmen mit der Idee gegründet, Bauten zu erstellen, die ihren Nutzern lange Freude bereiten und erschwinglich sind. Seine Söhne haben es in dieser Art weitergeführt. Das ist bis heute in unseren Genen. Wir suchen nicht primär den grossen Auftritt. Der Zweck und der Kunde stehen im Vordergrund. Wenn wir in der Öffentlichkeit deswegen als pragmatisch wahrgenommen werden, sind wir zufrieden.

Die Alfred Müller AG hat sich von einem kleinen Familienbetrieb zu einem grossen Immobilienunternehmen entwickelt. Welche Herausforderungen bringt das mit sich?

Hossli: Die Unternehmung ist über viele Jahre kontinuierlich gewachsen und hat sich in Zug eine führende Position erarbeitet. Die Herausforderung heute liegt darin, dass wir aus dem Zuger und dem Zentralschweizer Umfeld auch in andere Märkte eintreten und uns etablieren können. Märkte, in denen nicht automatisch die Türen aufgehen, weil wir die Alfred Müller AG sind und man unsere Qualitäten kennt. Der Schritt aus dem Heimmarkt ist eine Herausforderung.

Welche Märkte haben Sie im Auge?

Hossli: Neben Baar haben wir in der Westschweiz und im Tessin je eine ­Filiale. In diesen beiden Märkten wollen wir uns weiterentwickeln. Es gibt aber auch andere Märkte, die wir ins Auge fassen. Regionen, die den geografischen Fuss­abdruck des Unternehmens noch etwas komplettieren könnten. Beispielsweise haben wir ein grösseres Projekt auf dem ehemaligen Aebi-Areal in Burgdorf.

Im Kanton Zug ist der preisgünstige Wohnungsbau ein grosses Thema. Inwiefern ist das für die Alfred Müller AG wichtig?

Hossli: Wir sind Eigentümer von über 1000 Wohnungen. Bei dieser Vielzahl ist es wichtig, dass man eine breite Bevölkerungsschicht anspricht. Für uns ist es deshalb ein Anliegen, erschwingliche Wohnungen auf den Markt zu bringen. Das haben wir auch gezeigt, etwa mit Überbauungen wie dem Feldhof und dem Feldpark. Wir achten bei der Projektentwicklung und der Realisation auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis der Produkte und Materialien. So können wir dazu beitragen, dass die Wohnungen erschwinglich bleiben.

Was sind die nächsten grossen Projekte, die bei Ihnen anstehen?

Hossli: Es gibt zwei Bereiche: Da sind einerseits die Immobilien. Dazu gehört unter anderem das Projekt «Quadrolith», ein Gewerbegebäude, das wir in Baar direkt bei unserem Hauptsitz realisieren. Dazu gehört auch das Projekt «Suttergut» in Burgdorf. Andererseits sind es strategische Vorhaben wie der Ausbau der Aktivitäten ausserhalb der Stammregion Zug/Zentralschweiz. Und schliesslich haben wir intern noch einige Projekte, etwa im Bereich IT oder in der Qualitäts­sicherung.

Und wo liegen die Herausforderungen in den nächsten Jahren?

Hossli: Die grösste Herausforderung liegt in unserem langjährigen Erfolg. Dieser verpflichtet und weckt Erwartungen. Dass wir ihn auch in den nächsten Jahren halten können, das wird keine leichte Aufgabe. Hinzu kommt, dass wir das in einem veränderten Umfeld mit einer grösseren Konkurrenz angehen müssen.

Aber bis Ende Jahr wird zuerst noch gefeiert, oder?

Hossli: Unsere grossen Jubiläumsaktivitäten liegen schon hinter uns. Es gibt noch den einen oder anderen kleinen Anlass. Und ansonsten wird einfach kräftig gearbeitet.

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