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JUBILÄUM: Verein Lebensraum Landschaft Cham: Präsident spricht über Gründung und Herausforderungen

Der Verein Lebensraum Landschaft Cham (LLC) feiert das zehnjährige Bestehen. Präsident Andreas Georg spricht über die Anfänge und die kommenden Herausforderungen.
Andrea Muff
Andreas Georg auf dem Areal bei Niederwil in Cham, wo eine Kiesgrube geplant ist. (Bild: Stefan Kaiser (23. Dezember 2017))

Andreas Georg auf dem Areal bei Niederwil in Cham, wo eine Kiesgrube geplant ist. (Bild: Stefan Kaiser (23. Dezember 2017))

Interview: Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Andreas Georg, was sind Ihre Aufgaben als Vereinspräsident von Lebensraum Landschaft Cham (LLC)?

Neben den klassischen Führungsaufgaben bin ich in vielen Fällen erste Ansprechperson, knüpfe notwendige Verbindungen, treibe unsere Entwicklung voran und bin in stürmischen Zeiten der Kapitän unseres Schiffchens.

Was ist die Kernaufgabe des Vereins?

Unser Verein entstand mit dem Ziel, das Landschaftsentwicklungskonzept LEK in die Praxis umzusetzen. Verschiedene Personen aus dem heutigen Vorstand arbeiteten schon an der Entwicklung mit.

Können Sie in ein paar einfachen Worten erklären, was genau das LEK ist?

Die Ansprüche an unsere Landschaft sind enorm. Die Automobilisten, die Bauernfamilien, die Wirtschaft, die Erholungssuchenden, der Naturschutz, der Kiesabbau – alle haben Ansprüche an unsere begrenzten Flächen. Diese Ansprüche lassen sich mit dem klassischen Ansatz kaum mehr vereinbaren. Unser LEK definiert einen anderen Lösungsansatz. Landschaft ist integral. Sie beginnt direkt vor der Haustüre. Entwicklung heisst aktive Gestaltung und nicht nur Bewahrung. Konzept ist der Ausdruck für ein zielgerichtetes Vorgehen und eine gemeinsame Arbeit.

Warum wurde der Verein Lebensraum Landschaft Cham gegründet?

Das beste Konzept und die schönsten Pläne nützen nichts, wenn die Umsetzung ausbleibt. Die Umsetzung über die Verwaltung ist schwierig. Auch wenn die Verwaltung sehr gut arbeitet, kommt sie doch «von oben». Als privatrechtliche Organisation haben wir grosse Vorteile. Wir sprechen die Landeigentümer als Partner an und können unsere Projekte vielfach schneller und vor allem unbürokratischer durchführen.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Landwirtschaft heute?

Wir sind sehr glücklich über die Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsbetrieben und mit der Gemeinde. Die Landwirte leisten deutlich mehr als das vorgeschriebene Minimum. Die Qualität unserer Einzelflächen ist sehr hoch. Verschiedene seltene Tier- und Pflanzenarten finden wieder Lebensraum. Zwar leiden der Kanton und die Gemeinde unter dem Spardruck. Trotzdem engagieren sich beide Körperschaften sehr stark, sei es in der Strategiegruppe, sei es mit kompetenten Ansprechpartnern oder sei es mit Arbeitsleistungen aller Art. Ohne diese allseitige Zusammenarbeit wäre die Umsetzung eines LEK nicht möglich.

Der Verein hat bereits viele Projekte umgesetzt: Gibt es auch Widerstand?

Anfängliche Widerstände und eine gesunde Skepsis der Betroffenen gehören zu unserer Arbeit. Fundamentalen Widerstand spüren wir selten. Genauso selten wird ein Projekt exakt nach der ersten Idee umgesetzt. Im Normalfall erfahren die ersten Ideen im Laufe des Entstehungsprozesses zahlreiche Anpassungen und Änderungen. Diese Prozesse sind wichtig für die Nachhaltigkeit. Nur wer von einem Projekt überzeugt ist, wird auch zehn Jahre später noch dafür einstehen. Auch Verzicht gehört dazu. Lieber verzichten wir einmal auf ein Projekt, als ein unbefriedigendes Resultat zu präsentieren.

Was sind die grössten Herausforderungen, die in näherer Zukunft auf den Verein zukommen werden?

Die grösste Herausforderung ist die geplante Erweiterung der Kiesgrube vom Äbnetwald bis zur Hubletzen. Der Kanton Zug und die Risi AG planen dort eine Kiesgrube, grösser als die ganze Siedlungsfläche von Hagendorn. So geht eine heute intakte, grosszügige und reiche Kulturlandschaft auf Jahrzehnte hinaus verloren. Ein solcher Eingriff tut definitiv weh.

Die Risi AG ist ein wichtiger Partner des Vereins, wie dies auch in der Jubiläumsbroschüre erwähnt wird: Wie läuft die Zusammenarbeit?

In den ersten 10 Jahren lief die Zusammenarbeit sehr gut. Es ist noch offen, wie sich dieses Verhältnis zusammen mit der Ausdehnung der Kiesgrube entwickeln wird. Das Konfliktpotenzial ist beträchtlich. Die Risi AG hat sich aber auch bereit erklärt, weiterhin in unserem Vorstand mit zu arbeiten. Wir hoffen, auf diese Weise gewisse Konflikte entschärfen zu können.

Hinweis

Andreas Georg (55) ist seit 2015 Vereinspräsident. Seit 1993 wohnt er in Cham. Der Ingenieur-Agronom ETH arbeitete in der Umweltkommission mit, woraus die Arbeitsgruppe LEK entstand.

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