JUGEND: Schon 14-Jährige suchen den Rausch

Bereits Oberstufenschüler kiffen oder konsumieren andere Drogen – und das in rauen Mengen. Jetzt schlagen Fachleute Alarm.

Silvan Meier
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Besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist das «Rauschtrinken» verbreitet. (Bild: Boris Bürgisser / Neue ZZ)

Besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist das «Rauschtrinken» verbreitet. (Bild: Boris Bürgisser / Neue ZZ)

Ein 14-Jähriger prahlt auf Facebook, dass er sich mit dem Hustensirup Makatussin berauscht. Der darin enthaltene Wirkstoff Codein wird in der Leber zu Morphin umgewandelt. Gleichaltrige erzählen von Alkohol-Eskapaden oder ihrem Joint-Flash. «Dass in diesem Alter gekifft und gesoffen wird, ist normal», bedauert eine besorgte Mutter eines 14-Jährigen aus Hünenberg.

Ute Bahner von der kantonalen Suchtberatung Zug bestätigt den Eindruck der Mutter. In den letzten Jahren sei aus ihrer Sicht das Einstiegsalter beim Suchtmittelkonsum gesunken. Codein-Süchtige seien ihr bisher kaum begegnet – was sie aber nicht überrascht. «Codein ist eine Probierdroge», sagt sie. «Genau wie das Leim schnüffeln.» Beim Codein sei der Zugriff speziell einfach, da sie rezeptfrei erhältlich sind. «Es kommt immer wieder vor, dass gerade männliche Jugendliche gezielt nach Makatussin oder Bexin verlangen», sagt denn auch Stefan Raduner, Präsident des Zuger Apothekervereins.

Revival von Cannabis

In Luzern erlebt das Cannabis aktuell eine Art Revival. «Nachdem es jahrelang still war um diese Droge, kann ich bestätigten, dass heute bei den Jugendlichen ab 14 Jahren wieder vermehrt gekifft wird», sagt Hebert Willmann von der Luzerner Fachstelle Akzent. Eine Tatsache ist gemäss dem Fachmann besonders Besorgnis erregend: «Heute werden Cannabis-Pflanzen mit einem wesentlich höheren THC-Gehalt herangezüchtet als noch vor einigen Jahren.»