JUGENDGERICHT: Der Schüler kann das Heim verlassen

Ein Rotkreuzer Schüler drohte mit Amok, um die Ferien zu verlängern. Das Resultat: Er musste noch länger in die Schule.

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Eine ähnliche Aufschrift war kurz davor auch an einer Wand in der Gewerblich-Industriellen Berufs- und Wirtschaftsschule Thun angebracht worden. (Bild Keystone/Kapo Bern)

Eine ähnliche Aufschrift war kurz davor auch an einer Wand in der Gewerblich-Industriellen Berufs- und Wirtschaftsschule Thun angebracht worden. (Bild Keystone/Kapo Bern)

Anfang Jahr schrieb ein Neuntklässler nachts beim Eingang des Oberstufenschulhauses Rotkreuz an Pfosten und Türen mit Filzstift «Amoklauf 7. 1. - 30. 1.», «Amok» und «Fürchte Gott». Am nächsten Morgen fand mit Polizeivertretern eine Besprechung statt, die Schriftzüge wurden entfernt. Den geständigen Täter holte die Polizei um 15 Uhr ab.

Der Schüler hatte von der Amokdrohung in Thun gelesen; dort wurde die Schule nach einer Drohung für einige Tage geschlossen. Der Rotkreuzer Schüler hoffte auf die Verlängerung der Ferien. Der inzwischen 16-Jährige stand wegen dieser Tat gestern vor dem dreiköpfigen Jugendgericht. Der Schüler wurde damals sofort von der Schule ausgeschlossen. Da ein Schulbesuch am ausserkantonalen Wohnort seiner Mutter nicht möglich war und er keine Lehrstelle in Aussicht hatte, wies ihn der Jugendanwalt Mitte Februar in ein Heim ein.

Die Heimeinweisung sei «ohne entsprechende Fachberichte nicht zu verantworten», heisst es im Urteil. Man habe ja auch erwogen, ihn nach dem Vorfall am Wohnort der Mutter in die Schule zu schicken. Nach der baldigen Heimentlassung will der Jugendliche vorerst temporär arbeiten.

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.