JUGENDGERICHT: Herti-Mord - Auch die Nebentäter sind Mörder

Erst war es ein geständiger Täter, dann gab es plötzlich drei. Die zwei Jüngeren standen gestern vor Gericht. Sie wurden hart angefasst.

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Der Tatort in der Zuger Herti. (Archivbild Martin Heimann/Neue ZZ)

Der Tatort in der Zuger Herti. (Archivbild Martin Heimann/Neue ZZ)

Am 24. September 2007 wurde in der Herti in Zug ein 52-jähriger Mann getötet. Der Täter war schnell eruiert. Der damals noch nicht 20-jährige Brasilianer legte schon bei der ersten Befragung ein Geständnis ab.

Zwei jugendliche Mittäter
Einige Monate später teilte ein Jugendlicher aus einem Erziehungsheim mit, er sei bei der Tat zusammen mit einem Kollegen dabei gewesen. Dies bestätigten die beiden Schweizer vor der Polizei und dem Jugendanwalt Alex Briner. Dieser klagte sie vor dem Jugendgericht wegen Mordes, eventuell vorsätzlicher Tötung sowie Raubes (oder allenfalls Gehilfenschaft) an.

Für das Jugendgericht war es eindeutig Mord. «Es geht nicht anders», führte Präsident Marc Siegwart aus. Die beiden hätten skrupellos aus rein egoistischen Motiven gehandelt. Der Jüngere müsse sich ein schweres, der Ältere ein sehr schweres Verschulden vorwerfen lassen.

Zur definitiven Heimeinweisung kommt ein unbedingter Freiheitsentzug von einem beziehungsweise dreieinhalb Jahren, den sie bei weiterhin guter Führung allerdings nicht absitzen müssen. Ein Weiterzug des Urteils ans Obergericht ist absehbar.

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.