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Jugendliche werden im Kanton Zug vermehrt strafrechtlich verfolgt

Im vergangenen Jahr hatte die Abteilung der Strafverfolgung Jugendlicher deutlich mehr zu tun als in den Vorjahren. Gemäss der zuständigen Behörden heisst dies aber nicht, dass diese Altersgruppe krimineller geworden ist.
Zoe Gwerder

Im Kanton Zug hat die Zahl der Jugendstrafverfahren stark zugenommen. Dies geht aus dem Rechenschaftsbericht des Obergerichtes hervor. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 806 neue Fälle – fast ein Viertel mehr als im Jahr davor, als 651 neue Fälle eingingen. Auch in den Jahren 2014 bis 2016 pendelte die Zahl der Fälle zwischen 590 und 660.

Gemäss der Zuger Strafverfolgungsbehörden bedeute dies aber nicht, dass die Jugendkriminalität effektiv in diesem Ausmass zugenommen hat. «Die Jugendlichen sind aus unserer Sicht nicht aktiver geworden, vielmehr werden mehr Delikte durch konsequente Ermittlungsarbeit der Strafverfolgungsbehörden aufgedeckt», erklärt deren Mediensprecherin Judith Aklin. «Die Zuger Polizei hat mehr Straftaten im Bereich Jugenddelinquenz rapportiert und aufgeklärt.» Insgesamt waren im vergangenen Jahr 868 Fälle pendent – 62 davon stammten aus den Vorjahren. «Es konnten diverse Ermittlungsverfahren aus den Jahren 2016 und 2017 erst 2018 polizeilich abgeschlossen werden», so Aklin. Unter anderem kam es in 7 Fällen zur Anklage. 52 wurden formell eingestellt und 309 Fälle mit Strafbefehlen erledigt. 82 Fälle konnten 2018 nicht erledigt werden.

Unerklärbare Steigerung beim Arbeitsrecht

Ebenfalls einen starken Anstieg gab es bei der Schlichtungsbehörde im Bereich Arbeitsrecht. Dort stieg die Zahl der Fälle um rund 20 Prozent auf 349. Gemäss dem Rechenschaftsbericht ist damit ein Höchststand erreicht. Ein Grund dafür ist laut Obergerichtspräsidenten Felix Ulrich nicht erkennbar. «Wie die Schlichtungsstelle uns in ihrem Bericht schreibt, ist die massive Zunahme nicht auf besondere Ereignisse zurückzuführen. Es gab keine Massenentlassungen oder Ähnliches, was den Anstieg erklären würde.» Die Schlichtungsstelle übernimmt im Bereich des Arbeitsrechts die Funktion des Friedensrichters. Zugenommen hat gemäss dem Bericht auch die Zahl der Fälle, bei denen die beklagte Partei der Schlichtungsverhandlung unentschuldigt fernblieb, was in 20 Prozent aller Verfahren der Fall war. Dies sei insbesondere für die klagende Partei ein lästiges Phänomen, welchem zu begegnen nicht einfach sei.

Erklärbar ist hingegen ein starker Rückgang bei den Schlichtungen beim Miet- und Pachtrecht. Nachdem 2017 die Fälle aufgrund des gesunkenen Referenzzinssatzes um fast 40 Prozent anstiegen, waren sie 2018 wieder auf das Niveau von 2016 gesunken. Denn der Referenzzinssatz blieb 2018 unverändert.

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