Leserbrief

Junge Alternative sollten sich eher bei Glencore bedanken, statt zu protestieren

«Glencores Vorgarten umgraben», Ausgabe vom 3. November

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Einmal mehr wird die Glencore von der Alternativ-Grünen Fraktion wie schon seit Jahren als Sandsack benutzt und weiterhin mit Dreck beworfen. Dieses Mal mit einem persönlichen Besuch auf dem Gelände der Glencore in Baar. Die Besucher bemühen eine Zinkmine in Peru als Beispiel des Versagens der Glencore. Man ist sich gewohnt, dass Fakten heute nicht mehr zählen, bei den Jungen Alternative schon gar nicht. Die Glencore ist erst seit 2017 Mitbesitzerin der besagten Mine in Peru. Vorher wurde diese vom peruanischen Staat bzw. von einer peruanischen Firma, Volcan, geleitet. Mit der Teilübernahme der Volcan durch die Glencore im 2017 wurden die Zustände in der Mine enorm verbessert. Was daran schlecht sein soll, ist mir schleierhaft. Das Beispiel Cerro de Pasco zeigt exemplarisch, dass es doch wohl wesentlich besser ist, dass ein Bergbauunternehmen von einer in der Schweiz domizilierten Firma kontrolliert wird. Von der Schweiz aus, wo das Know-how vorhanden ist, Bergbauunternehmen erfolgreich und nach ethisch korrekten Bedingungen zu führen. Von der Schweiz aus, wo es von, vielfach auch durch Staat subventionierten, NGO nur so wimmelt.

Was wären die Alternativen zu Glencore? Lokale Unternehmer? Möglicherweise. Leider ist es aber so, dass es in diesen rohstoffreichen Ländern oft am fachlichen Wissen mangelt. Kommt hinzu, dass vielerorts enorme Korruption grassiert und dabei Ortsansässige ihre Landsleute schamlos über den Tisch ziehen.

Ein konkretes Beispiel dazu: Im Kongo, einem Hotspot im internationalen Bergbau für Kobalt, hat die Glencore einen Marktanteil von 50 Prozent, die Chinesen 30 Prozent und der Rest wird von diversen Abbauern gehalten. Im Kongo ist die reale Welt in verschiedener Hinsicht problematisch, die Gelder versickern scheinbar teils in bürgerkriegsähnlichen Konflikten, Kinderarbeit ist verbreitet, insbesondere bei Kleinunternehmungen, die quasi in familiären Strukturen Kleinminen betreiben.

Wäre es nun legitim, den Chinesen die 50 Prozent zu überlassen? Sie können mir glauben, dass unter den Chinesen im Kongo schnell wieder sklavenähnliche Zustände herrschen würden. Die Jungen Alternativen würde das dann nicht mehr interessieren, wie alles nicht interessiert, was nicht dazu dient, Krawall zu machen, und dies möglichst billig und reisserisch.

Kurzes Fazit: Das von der Alternative – die Grünen aufgeführte Beispiel angeblicher Misswirtschaft durch Glencore in Peru ist ein denkbar schlechtes Beispiel, um den Vorwurf von ausbeuterischem und skrupellosem Treiben westlicher Firmen in Drittweltstaaten zu erhärten. Das Gegenteil ist der Fall. Ohne je vor Ort gewesen zu sein, wage ich die Behauptung, die Situation in den Anden Perus wäre ohne Glencore wesentlich schlechter.

Anständiger wäre es, wenn sich die Jungen Alternativen mal bei Glencore dafür bedanken würden, dass sie 900 Mitarbeiter in Baar, darunter jedes Jahr 12 Lehrlinge, beschäftigt, jedes Jahr enorme Summen an Steuern bezahlt und mehrere Millionen in Kultur, Gesellschaft und Sport im Grossraum Zug investiert. Aber Anstand kennt man keinen, all diese Beiträge der Glencore sind selbstverständlich und gottgegeben.

Adrian Risi, Kantonsrat SVP, Zug