Kommentar
Junge sind besser als ihr Ruf

Wer zieht den Karren, wenn die ältere Generation wegen des Coronavirus zu Hause bleiben muss - die jüngere Generation. Ihnen gebührt Dank, ist Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung» überzeugt.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler.

Harry Ziegler.

Bild: Stefan Kaiser

Menschen über 65, Personen, die einer Risikogruppe angehören oder Leute in Quarantäne – sie alle sollen momentan zu Hause bleiben. So, wie es der Bund verlangt. Das strenge Regime bereitet aber durchaus Schwierigkeiten.

Denn genau die Menschen, die nun zu Hause bleiben sollen, sind jene, die die meisten Freiwilligendienste am Laufen halten. So fehlen beispielsweise verschiedenen Freiwilligenorganisationen Fahrerinnen oder Fahrer und andere helfende Hände für die verschiedensten Verrichtungen.

In die Bresche springen nun unerwartet die – von den Älteren meist eher abschätzig sogenannten – «Jungen». Ihnen ist es zu verdanken, dass Hauslieferdienste, Botengänge, Fahrten zum Arzt und anderes auch in Zeiten der Krise funktionieren, wenn die – von den Jungen meist ebenso abschätzig sogenannten – «Alten» zu Hause bleiben müssen, weil ein gefährliches Virus ihr Leben bedroht.

Dass die jüngere Generation nun, ohne grosses Lamento oder gar Dank zu erwarten, einspringt und die wichtigen Aufgaben in der Freiwilligenarbeit übernimmt, zeigt vor allem: Die Solidarität unter den Generationen ist nicht, wie immer wieder behauptet wird, inexistent, weil die Jugend primär für sich selber schaue. Das Gegenteil wird gerade bewiesen.

Dass die Hilfe der jüngeren Generation derart spontan erfolgt, ist Zeichen dafür, dass sie viel besser ist, als ihr Ruf und in einer Krise auf sie Verlass ist. Dafür einfach mal: Danke.