Hünenberg: Jungpolitiker werden aktiv in Sachen Zythus-Areal

Die parteiübergreifende Allianz hat Forderungen für das Gebiet im Seegebiet ausgearbeitet. Eine davon lautet: mehr preisgünstige Wohnungen.

Rahel Hug
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Der Ökihof im Zythus müsste einer Überbauung weichen.

Der Ökihof im Zythus müsste einer Überbauung weichen.

Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg See, 9. Dezember 2019)

Die Fronten in Sachen Zythus-Areal in Hünenberg See scheinen verhärtet. Auf der einen Seite steht der Kanton, der das Gebiet bei der Stadtbahnhaltestelle überbauen will. Auf der anderen Seite sind viele skeptische Anwohner, die sich unter anderem gegen den Bau von Hochhäusern und die Aufhebung des Ökihofs wehren. An der letzten Gemeindeversammlung zeigte sich einmal mehr, dass das Thema bewegt: Der Gemeinderat hatte sechs Interpellationen zum Thema zu beantworten.

Inzwischen haben sich auch Jungpolitikerinnen und -politiker in die Diskussion eingeschaltet. Gian Brun (FDP), Virginia Köpfli (SP) und Jeanine Marti (Grüne) haben gemeinsam die Interessengemeinschaft «Allianz der Jungen für die Gestaltung von Hünenberg» gebildet. «Die Voten an der Gemeindeversammlung haben uns wachgerüttelt», sagt Gian Brun. Die Wortmeldungen hätten den Eindruck erweckt, dass man beim Status Quo verharren und keine Veränderung in der Gemeinde wolle. «Das ist für uns keine Option», erklärt Brun.

Kampf gegen den tiefen Leerwohnungsbestand

Nachdem die drei nach der Gemeindeversammlung ein erstes Mal zusammengesessen sind, liegen nun konkrete Forderungen vor. Ein wichtiger Punkt ist das Thema preisgünstiger Wohnungsbau. «Für uns ist zentral, dass es in Hünenberg bezahlbaren Wohnraum für Junge gibt», wird Virginia Köpfli in einer Medienmitteilung der Allianz zitiert. Das Zythus-Areal biete eine einmalige Chance, solchen Wohnraum zu schaffen.

Die Gruppe weist in diesem Zusammenhang auf den sehr tiefen Leerwohnungsbestand in Hünenberg hin. Im Juni 2018 lag dieser gar bei Null. «Durch das nicht existierende Angebot steigen die Preise stetig und machen das Wohnen in Hünenberg für junge Menschen unbezahlbar», so Gian Brun. Die IG fordert deshalb, dass neben den gesetzlich vorgeschriebenen 20 Prozent preisgünstigen Wohnraums weitere 30 Prozent der Wohnungen an Genossenschaften gehen. Die Wohnungen sollen vorzugsweise an Hünenbergerinnen und Hünenberger vermietet werden.

Weiter fordert das junge Trio, dass das Zythus-Areal zur Begegnungszone werden soll. Neben den Neubauten soll ein ansprechender Platz entstehen, welcher mit Bänken und einer Begrünung zum Verweilen einlädt. Die Gebäude sollen Platz für Gewerbe, Restaurants und eine Kita bieten. Notwendig sei auch eine Entsorgungsstelle für das Wichtigste. «Es braucht keine betreute Sammelstelle», ergänzt Gian Brun. «Denkbar wären für uns unterirdische Container, wo man das Nötigste während des ganzen Tages entsorgen kann.»

Auch in Sachen Nachhaltigkeit soll das Zythus-Areal ein Vorzeigeprojekt werden. «Zur ansprechenden Gestaltung sollen Vertikalgärten beitragen, welche Naturnähe gewährleisten», äussert sich Jeanine Marti in der Medienmitteilung. Diese würden schattige Plätze bieten und könnten auch eine Kühlfunktion übernehmen. Um einen hohen energetischen Standard gewährleisten zu können, sollen die Bauten gut isoliert und mit klimafreundlichen Heizsystemen ausgestattet werden. «Auch über die Installation von Solarzellen sollten sich Gedankten gemacht werden», so Marti.

Hochhäuser sind für Allianz nicht mehrheitsfähig

Zu guter Letzt spricht sich die Allianz gegen den Bau von Hochhäusern aus. Für ein ansprechendes und zukunftsträchtiges Areal brauche es keine neuen Zythus-Hochhäuser, so der Tenor. Die Gemeinde und der Kanton seien angehalten, ein mehrheitsfähiges Projekt voranzutreiben. Zudem sind die drei Jungpolitiker der Meinung, dass es schnell vorwärts gehen sollte. Die Wohnungsnot sei akut und müsse jetzt angegangen werden. «Sonst droht der Wegzug einer ganzen Generation», sagt Gian Brun.

Die jungen Hünenberger haben ihre Forderungen beim Gemeinderat deponiert und angefragt, ob sie bei der weiteren Planung Einsitz bekommen können. Zudem wollen sie das Gespräch mit den bestehenden Interessengemeinschaften in Hünenberg See suchen. Gian Brun sagt: «Die Allianz der Jungen ist überzeugt, dass ein konstruktiver Dialog möglich ist.»