Junger Zunftmeister für die Fröschezunft

Markus I. heisst der strahlende 51. Zunftmeister der Fröschezunft Baar. «Zünftig, aber vernünftig» will er die Fasnacht angehen.

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Zunftmutter Chantal Müller befestigt den Frosch auf den Schultern des neuen Zunftmeisters. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Zunftmutter Chantal Müller befestigt den Frosch auf den Schultern des neuen Zunftmeisters. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Der ganze Rainhaldesaal in Baar erstrahlt in Gelb und Grün, und auch den zahlreich erschienenen Altzunftmeistern fehlt es nicht an der dominierenden Farbe. Ihre grünen Blazer passen farblich perfekt zum dekorierten Saal. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. Viele sehen sich oft nur während der Fasnachtszeit, und da gibt es natürlich viel zu erzählen. Das Stimmengewirr wird allerdings bald von Trommelwirbel unterbrochen, und Noch-Zunftmeister Erwin Jagendorfer betritt zusammen mit seiner Frau und Zunftmutter die etwas erhöhte Bühne. Einige Anekdoten seiner Amtszeit werden zum Besten gegeben, und der Rückblick auf eine «megagiga und unübertreffliche» Fasnacht beginnt. Die letzten Minuten ihrer Amtszeit sind angeschlagen, und nach und nach muss Erwin I. das Zepter, den Hut und die Auszeichnungen an seinen Nachfolger abgeben.

Einjährige Sendepause

Auf der Bühne werden Stühle verrückt, und ein Tisch wird herbeigeschoben. «Jetzt kommt das Radio Fröscheteich», wird im Saal schon gemunkelt, und tatsächlich begrüssen zwei Fröschezünftler das Publikum zur Sendung «Zehn vor Frosch». Lustige und unangenehme Erlebnisse aus dem vergangenen Jahr werden dabei wieder aufgewärmt. Hie und da sind herzliche, erstaunte, aber auch peinlich berührte Lacher zu hören. Zu guter Letzt foppen sich die beiden «TV-Moderatoren» sogar selber und leiten danach in eine einjährige Sendepause über.

Eine grosse Ehre

«So, jetzt wirds ernst», sagt Zeremonius Donald Basan, und die letzten Lacher des Radio Fröscheteich verstummen. Markus I. und seine beiden Ehrendamen betreten unter Musik der Gruppe «Musig gid Durscht» die Bühne. «Mit Markus I. haben wir einen sportlichen 51. Zunftmeister, der gerne reist und guten Wein trinkt», sagt der Zeremonius, und kaum gesagt, nippt Markus Müller schon an seinem Weinglas. Nach alter Tradition zeigen die Ehrendamen die goldene Kette dem Publikum, und der Zeremonius legt sie Markus I. mit dem Spruch «Hier überreiche ich dir die goldene Kette, trage sie überall, auch im Bette» um den Hals. Es folgen der Zweispitz, das Zepter, ein kleiner Plüschfrosch sowie das Zunftmeisterabzeichen. Danach ist die Inthronisation von Markus I. vollzogen, und der neue Zunftmeister strahlt glücklich ins Publikum. «Es ist mir eine grosse Ehre, diese Verantwortung von den Fröschen übertragen zu bekommen», sagt der frischgebackene Zunftmeister mit Jahrgang 1966. Er habe ausgerechnet, dass nach seinem Amtsjahr das Durchschnittsalter der Altzunftmeister um 6,6 Jahr sinken werde. Das diesjährige Motto lautet «Zünftig, aber vernünftig», was dazu verleiten solle, die Fasnacht einfach zu geniessen. «Ich bin sicher, ihr habt den richtigen Zunftmeister gewählt», sagt Markus I. schmunzelnd, und die Menge bejaht dies mit einem dreifachen «Quak, quak, quak».

Jasmin Gut