JUSTIZ: «Der Schutz der Bevölkerung wird vernachlässigt»

Massnahmen im Strafvollzug sind teuer. Auch im Kanton Zug zahlt die öffentliche Hand in einigen Fällen sehr viel Geld für den monatlichen Unterhalt.

Andreas Faessler
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Für einen landesweiten Aufschrei, für Empörung und Wut sorgte unlängst der Fall «Carlos»: Ein jugendlicher Krimineller wurde mit einer Luxusbehandlung «bestraft», die den Steuerzahler geschlagene 29 200 Franken monatlich kostete. Darauf Bezug nehmend gelangte Kantonsrat Manuel Brandenberg im Namen der SVP Fraktion Zug mit einer Anfrage an das Obergericht und den Regierungsrat. Darin wollte er wissen, wie viele Personen im Strafvollzug, für die der Kanton Zug zuständig ist, die öffentliche Hand mehr als 15 000 Franken monatlich kosten.

Im Kanton Zug befinden sich laut Antwort aktuell 83 Erwachsene Personen im Vollzug. Davon fallen für 4 Fälle monatliche Kosten von über 15 000 Franken an. Bei den Jugendlichen sind es derzeit 13 Vollzugsfälle. Davon kosten 5 mehr als 15000 Franken im Monat. Brandenberg stellt fest, dass bei Jugendlichen die durchschnittliche Anzahl teurer Fälle deutlich höher ist als bei Erwachsenen. «Hier würden wir gerne genauer wissen, warum das so ist. Zufall? Oder Systembedingt?», fragt sich Brandenberg. Es werde zu schnell auf Therapiemassnahmen zurückgegriffen. «Es gibt offenbar zu wenig Platz in den Gefängnissen. Indem man die gefährlichen Fälle nach einem teuren Massnahmenvollzug wieder auf freien Fuss setzt, wird der Schutz der Bevölkerung gleichsam vernachlässigt.»