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JUSTIZ: Fall Boris Becker: Hans-Dieter Cleven legt Berufung ein

Der Streitfall Boris Becker versus Hans-Dieter Cleven geht in die nächste Runde. Heute gab der Rechtsvertreter Clevens bekannt, dass dieser Berufung gegen das Urteil des Zuger Kantonsgerichts einlegen wird. Auch in London geht es weiter.
Boris Becker schlägt der Rechtsstreit mit seinem ehemaligen Geschäftspartner aufs Gemüt (Bild: Hannah McKay/EPA)

Boris Becker schlägt der Rechtsstreit mit seinem ehemaligen Geschäftspartner aufs Gemüt (Bild: Hannah McKay/EPA)

Schon vor der offiziellen Bekannt­gabe des Urteils des Zuger Kantonsgerichts zur Klage von Hans-Dieter Cleven gegen Boris Becker letzten Montag, hatte dessen Anwalt gegenüber unserer Zeitung gesagt, dass die Meinung der Verfahrensbeteiligten zum Urteil auseinandergehen würde. Nun zeigt sich, was Oliver Habke von der Zuger Kanzlei GHM Partners damit gemeint hat.

Wie Habke heute per Pressemitteilung bekanntgab, wird Cleven gegen den Entscheid des Zuger Kantonsgerichts Berufung einlegen. Dieses hatte die Klage Clevens abgewiesen, da die Geldforderung gegenüber seinem ehemaligen Geschäftspartner Boris Becker zwar unbestritten bestehe, die Darlehensverträge jedoch nicht ordnungsgemäss gekündigt worden seien und somit die Rückzahlung noch nicht fällig sei. Nach eingehender Analyse des kantonsgerichtlichen Urteils, so die Mitteilung von Habke, und Konsultation der entsprechenden Rechtsprechung und juristischen Literatur, sei Cleven zur Überzeugung gelangt, dass das Kantonsgericht unzutreffend entschieden habe. Eine entsprechende Berufungsschrift werde nun innerhalb der gesetzlichen Frist beim Obergericht eingereicht. Das heisse, dass weder das Verdikt der nicht ordnungsgemässen Kündigung rechtskräftig sei noch die im Urteil auferlegten Gerichts- und Parteikosten fällig würden.

Nachfragen dazu, was mit «unzutreffend» im Detail gemeint ist, wollte Habke aus «prozesstaktischen Gründen» nicht beantworten. «Der Berufungsentscheid ist aber ohne weiteren Kontakt mit Herrn Becker getroffen worden», so Habke weiter. Die Gesamtsumme der Darlehen, die Cleven dem deutschen Ex-Tennisstar Becker gab, beläuft sich auf 41,74 Millionen Franken. Im Sinne einer Stufenklage, die der Einsparung von Gerichts- und Anwaltskosten diene, seien aber im Prozess in Zug «nur» 10 Millionen Franken eingeklagt worden, erklärt ­Habke. Im Insolvenzverfahren in England aber, wo Cleven in den nächsten Tagen seine Forderung deponieren werde, würde die gesamte Summe angemeldet. Mit diesem Schritt in England mache Cleven von der Möglichkeit Gebrauch, sich dem laufenden Insolvenzverfahren der Privatbank Arbuthnot Latham & Co. Limited gegen Becker anzuschliessen und seine Forderungen befriedigen zu lassen.

Was Boris Becker vom Entscheid Clevens, Berufung einzulegen, hält, ist nicht bekannt. Die Kanzlei seines deutschen Medienanwalts Christian-Oliver Moser reagierte bisher nicht auf die Anfrage nach einer Stellungnahme.

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

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