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JUSTIZ: Fall Romer geht in die Berufung

Der Verteidiger des ehemaligen Zuger Stadtrats Ivo Romer hat fristgerecht Berufung gegen das Urteil des Zuger Strafgerichts vom 7. Februar angemeldet. Das Gericht hatte Romer Anfang Februar zu einer Freiheitsstrafe von 4,5 Jahren verurteilt, weil er sich am Vermögen einer reichen Witwe bedient hatte.
Der ehemalige Zuger Stadtrat Ivo Romer gestern beim Betreten des Strafgerichts in Zug. (Bild: Stefan Kaiser/ZZ, Zug, 7. Februar 2017)

Der ehemalige Zuger Stadtrat Ivo Romer gestern beim Betreten des Strafgerichts in Zug. (Bild: Stefan Kaiser/ZZ, Zug, 7. Februar 2017)

Ebenfalls in die Berufung gehen wird der Anwalt der von Ersatzforderungen betroffenen Dritten, wie das Zuger Strafgericht auf Anfrage mitteilt. Romer (52) wurde wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung, mehrfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und mehrfacher Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt.

Nachdem die Berufung beim erstinstanzlichen Strafgericht Zug angemeldet worden ist, fertigt dieses nun das begründete Urteil aus und stellt es den Parteien zu. Die Parteien, die Berufung angemeldet haben, haben nach Erhalt 20 Tage Zeit, die Berufungserklärung schriftlich der Berufungsinstanz – im Kanton Zug das Obergericht – einzureichen.

Vermögen war innert weniger Jahre weg

Ivo Romer sass von 2009 bis 2012 für die FDP im Zuger Stadtrat. Er soll zwischen 2006 und 2012 eine Ende 2011 im Alter von 96 Jahren verstorbene Dame sowie eine von der betagten Frau alimentierte Stiftung um fast das gesamte Vermögen gebracht haben. Der Schaden, der durch die Romer vorgeworfenen Taten entstanden sein soll, beläuft sich gemäss Anklageschrift auf knapp 4 Millionen Franken, wobei der nachweisbare Deliktsbetrag aus dem Vermögen der Frau bei etwa 2 Millionen Franken liegt, derjenige aus dem Geld der Stiftung beläuft sich in etwa auf denselben Betrag. Dieses Geld habe sich Romer angeeignet und für eigene Zwecke verwendet.

Ende 2005, als Romer als professioneller Vermögensverwalter für die betagte Dame tätig wurde, soll ihr Vermögen noch über 6,5 Millionen Franken betragen haben. Beim Ableben der Frau sollen sich noch knapp 15000 Franken auf dem Konto befunden haben. Gemäss Aussagen des Butlers der verwitweten Dame hätten sich Mahnungen und Rechnungen vor deren Tod gestapelt.

Das Strafgericht blieb bei der Freiheitsstrafe, die sie gegen Ivo Romer verhängte, unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte im Prozess, der im Sommer des letzten Jahres stattfand, eine Strafe von sechs Jahren und zehn Monaten verlangt. Dass das Strafgericht beim Strafmass unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft blieb, lag daran, dass teilweise Beweise fehlten. Das Gericht hatte deshalb aufgrund von Indizien und der vorliegenden Unterlagen der Bank zu urteilen. Dies auch, weil Romer sowohl während der Einvernahmen als auch während des Prozesses meist die Aussage verweigerte und die Geschädigte 2011 verstorben war.

Neben der Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren wurde Ivo Romer dazu verurteilt, den Nachkommen der verstorbenen Frau knapp 2 Millionen Franken zurückzuzahlen.

haz

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