Justiz
Für über 14'000 Franken edlen Whisky gekauft und weiterverscherbelt

Teure Single Malts hatten es dem 29-Jährigen Mann angetan – nur selber genossen hat er diese nicht. Um an die Flaschen zu kommen, fälschte er einen Einzahlungsschein.

Harry Ziegler
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Dem aus Vietnam stammenden Mann, der im Strafbefehl der Zuger Staatsanwalt als Beruf Stylist angibt, wird mehrfacher Betrug und Urkundenfälschung vorgeworfen. Er hat beim immer selben Händler sechs Whiskyflaschen bestellt oder im Laden abgeholt. Und diese nicht bezahlt.

Nachdem der 29-Jährige eine erste Flasche (Kostenpunkt rund 1900 Franken) geordert, erhalten und nicht bezahlt hatte, bestellte er drei Tage später eine weitere Flasche Whisky derselben Marke. Am Tag der zweiten Bestellung tätigte er eine Einzahlung unter 50 Franken und manipulierte den Zahlungsbeleg so, dass der volle Preis für die beiden Flaschen ersichtlich war. Daraufhin hat ein Vertreter der Firma ihm die zweite Flasche – nach Vorweisen des gefälschten Belegs – ausgehändigt.

Immer weitere Bestellungen folgen lassen

Vier Tage nach der zweiten Bestellung orderte er eine weitere Flasche und liess sie sich per Express liefern. Durch den gefälschten Zahlungsbeleg hatte er ja seine Bonität vermeintlich bewiesen. Nach dem Erhalt der Express-Lieferung marschierte der Beschuldigte in einen Laden des Händlers, und nahm eine weitere Flasche mit. Schliesslich orderte er 10 und 14 Tage nach seiner letzten Bestellung zwei weitere Flaschen.

Raffinierterweise verwendete der Mann bei den Bestellungen immer wieder andere Teile seines langen Namens und andere Geburtsdaten, um so die automatisierte Bonitätsprüfung zu umgehen. Es sei klar erwiesen, dass der Mann unter Geldnot litt und im Sinne hatte die teuren Whiskys weiterzuverkaufen – notfalls unter Wert – und den Erlös für sich zu verwenden.

Mittels Strafbefehl verurteilte die Staatsanwaltschaft den Mann – wegen seiner Vorstrafen – zu einer unbedingten Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu 30 Franken, total 3300 Franken. Er hat die Verfahrenskosten zu tragen. Die Forderung des Händlers über 14'500 Franken hat der Mann anerkannt.