Zug/Schwyz
19-jähriger Motorradfahrer ohne Lernfahrausweis: Wilde Verfolgungsjagd mit Blaulicht endet mit hoher Busse

Ein Nidwaldner Motorradfahrer missachtete eine Polizeikontrolle auf der Artherstrasse in Richtung Arth. Dort nahm eine Polizeipatrouille der Schwyzer Kantonspolizei die Verfolgung auf.

Harry Ziegler
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Ein 19-jähriger Motorradfahrer aus dem Kanton Nidwalden war im April des letzten Jahres ohne gültigen Lernfahrausweis unterwegs, als er auf der Artherstrasse in Zug in eine Polizeikontrolle geriet. Auf der Höhe der Bushaltestelle Casino forderte ein Polizist den Motorradfahrer und seine Mitfahrerin durch Handzeichen auf, in die Busschlaufe einzubiegen und anzuhalten. Ab dann wurde es richtig gefährlich. Und zum Schluss richtig teuer.

Beinahekollision und Geschwindigkeitsübertretung

Ohne der Weisung des Polizisten zu folgen, fuhr der Lenker weiter Richtung Oberwil, wobei er waghalsige Überholmanöver vollführte. So lenkte er sein Motorrad auf der Höhe des alten Kantonsspitals über die Sicherheitslinie, um mehrere Fahrzeuge zu überholen. Dabei kam es auf der Gegenfahrbahn zu einer Beinahekollision mit einem korrekt fahrenden Lieferwagen. Der Fahrer des Lieferwagens konnte eine Frontalkollision nur verhindern, weil er nach rechts auswich. Er kollidierte dabei aber mit dem Randstein und beschädigte den Wagen.

Das hinderte den Motorradlenker nicht an der Weiterfahrt. Ohne sich um den angerichteten Schaden zu kümmern, setzte er seine Fahrt Richtung Oberwil und schliesslich nach Arth fort. Beim Aazopf in Arth sichtete eine Patrouille der Kantonspolizei Schwyz das Motorrad und nahm die Verfolgung auf. Mit Martinshorn und Blaulicht verfolgte die Patrouille das Motorrad durchs Dorf in Richtung Goldau. Dabei überholte der Motorradlenker mehrmals Fahrzeuge, ohne den Blinker zu betätigen, und überschritt zudem die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde um – nach Abzug der Sicherheitsmarge – 30 Stundenkilometer.

Insgesamt Bussen von 4000 Franken

Der Motorradfahrer ist laut Strafbefehl der Zuger Staatsanwaltschaft geständig, regelmässig ein stärker motorisiertes Gefährt gelenkt zu haben, als er dies laut Lernfahrausweis hätte tun dürfen. Die 19-Jährige wird, so der Strafbefehl der Zuger Staatsanwaltschaft, schuldig gesprochen des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung, der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz und die Verkehrsregelnverordnung.

Der 19-jährige Motorradlenker wird dafür mit einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu 90 Franken, einer Verbindungsbusse von 3000 sowie einer Übertretungsbusse von 1000 Franken bestraft. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren. Zur Beifahrerin, die offenbar die ganze Zeit auf dem Sozius sass, verliert der Strafbefehl kein Wort.