JUSTIZSKANDAL: Jetzt verschärft Beat Villiger die Aufsicht

Der Kanton Zug ergreift nun Massnahmen gegen die bisher mangelnde Kontrolle im Strafvollzug. Für den Sicherheitsdirektor geht es dabei auch um die Glaubwürdigkeit.

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Der Zuger Sicherheitsdirektor Beat Villiger. (Archivbild Alexandra Wey/Neue ZZ)

Der Zuger Sicherheitsdirektor Beat Villiger. (Archivbild Alexandra Wey/Neue ZZ)

Nach dem Bekanntwerden des Zuger Justizskandals will der Kanton Zug jetzt die Kontrollen im Strafvollzug verbessern. Dass Verurteilte ihre Strafe nicht absitzen müssen, wie das in Zug zwischen 1978 und 2007 in 188 Fällen praktiziert wurde, soll künftig nicht mehr möglich sein.

Der Zuger Sicherheitsdirektor Beat Villiger will dafür vor allem die Kontrollen verschärfen, wie er im Interview mit unserer Zeitung erklärt. «Die Glaubwürdigkeit kann jetzt nur wiederhergestellt werden, wenn wir beweisen, dass der Zuger Strafvollzug wieder richtig funktioniert.»

Listen mit allen Fällen
Villiger weiter: «Es wurden bereits mehrere Kontrollmechanismen neu eingeführt». So werden nun die Gerichte über den Abschluss von Vollzugsverfahren orientiert. Zudem muss das Amt für Straf- und Massnahmenvollzug künftig Listen mit sämtlichen Fällen periodisch an die Sicherheitsdirektion übergeben. Auch soll die Justizprüfungskommission stärkere Kontrollen vornehmen. Weiter gehören unangemeldete Besuche im Amt zum Massnahmenkatalog. Ob künftig auch eine externe Fachstelle die Tätigkeiten des Amtes prüfen soll, werde noch abgeklärt, so Villiger.

Auch andere Kantone betroffen
Für Erstaunen sorgte der Justizskandal bei den Zuger Parteien. Vor allem bürgerliche Vertreter fordern nun, dass der Fall sauber aufgearbeitet wird. Wenig überrascht über den Skandal in Zug zeigt sich hingegen Robert Frauchinger, Sekretär des Strafvollzugskonkordats der Nordwest- und Innerschweiz. «In vielen Kantonen fehlt es im Strafvollzug an aussenstehenden Kontrollorganen», sagt er. Darum müsse ein neues Kontrollsystem aufgebaut werden, bei dem Inspektoren zum Einsatz kämen.

Sven Gallinelli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.