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JUSTIZVOLLZUG: Alt Regierungsrat Patrick Cotti baut neue Stelle auf

Der ehemalige Zuger Regierungsrat Patrick Cotti wird Direktor eines neuen interkantonalen Kompetenzzentrums. Er soll den Strafvollzug schweizweit vereinheitlichen.
Zoe Gwerder
Der ehemalige Zuger Regierungsrat Patrick Cotti am Ufer des Zugersees. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 31. Mai 2017))

Der ehemalige Zuger Regierungsrat Patrick Cotti am Ufer des Zugersees. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 31. Mai 2017))

Interview: Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Patrick Cotti wird ab dem 1. August Direktor des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Justizvollzug (SKJV). Der ehemalige Zuger Regierungsrat wird die neue Institution von Grund auf aufbauen. Ziel dieser ist, die Umsetzung des Strafvollzugs in der ganzen Schweiz einheitlicher zu gestalten.

Patrick Cotti, wie haben Sie von der offenen Stelle in Fribourg erfahren? Hat Sie jemand empfohlen?

Nein, empfohlen wurde ich nicht. Aber es war schon länger klar, dass ein solches Kompetenzzentrum geplant ist und ich mich dafür interessiere. Ich habe bei meinen Kontakten, die ich aus der Zeit als Regierungsrat und aus jener als Direktor der Zuger Strafanstalt aufgebaut hatte, auch immer wieder nach dem aktuellen Stand gefragt. Als dann die Anzeige aufgeschaltet wurde, haben diese Kontakte mich auf die Stellenausschreibung hingewiesen. So unter anderem auch der Zuger Regierungsrat Beat Villiger, der im Vorstand der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz sitzt. Die Konferenz hat das Kompetenzzentrum ins Leben gerufen.

Was wird die Aufgabe des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Justizvollzug sein?

Wir wollen für die Kantone verbindliche Rahmenbedingungen in der Zusammenarbeit und Richtlinien schaffen, welche das kulturelle Verständnis der Regionen berücksichtigen und doch gemeinsame Vorgaben im Straf- und Massnahmenvollzug machen. Bisher hatte da jeder Kanton seine eigene Vorgehensweise. Fälle wie der Mordfall Adeline im Waadtland haben aber auch die nationale Politik aufgerüttelt und das Verlangen nach einheitlichen Regelungen geweckt. Den Kantonen ist nun klar, dass sie handeln müssen, wenn sie es nicht vom Bund diktiert bekommen wollen.

Wissen Sie schon, wie Ihre Arbeit aussehen wird?

Als Erstes müssen wir das schweizerische Ausbildungszentrum für Straf- und Massnahmenvollzug, das SAZ, in die neuen Strukturen überführen. So, dass wir in Zukunft die Aus- und Weiterbildung aller in diesem Bereich tätigen Mitarbeitenden im Auge haben und weiterentwickeln können. Danach gibt es noch weitere Leistungsbereiche, die integriert werden. Wir werden uns auch mit praxisbezogenen Fragen auseinandersetzen. Wie mit der Frage nach der Anzahl Plätzen in Gefängnissen. Oder jener, ob Personen in Ausschaffungshaft wirklich die Infrastruktur eines Gefängnisses brauchen, oder wie man mit älteren Gefangenen, die ihre Strafe verbüsst haben und inhaftiert bleiben müssen, umgehen soll.

Als Direktor des SKJV arbeiten Sie zum zweiten Mal in einem Bereich, der sich um den Strafvollzug dreht. Was fasziniert Sie an diesem und an Ihrer künftigen Arbeit?

Mich interessiert insbesondere das Spannungsfeld: menschlich handeln in einem Bereich am Rande der Gesellschaft. Die Her­ausforderung, ein gutes Setting zu schaffen, sodass wir mit dem Strafvollzug nicht nur Geld verlochen, sondern Menschen auch wieder erfolgreich eingliedern können, finde ich sehr spannend.

Welche Erfahrungen aus Ihrer bisherigen Laufbahn können Sie besonders gut bei dieser neuen Herausforderung einsetzen?

Ich denke, meine Erfahrungen mit dem föderalistischen System werden mir sicher sehr hilfreich sein. Auch dass ich vor Jahren beim Aufbau der Strafanstalt Zug Direktor war, wird mir viel bringen. Ich musste mich mit bau­lichen Fragen, mit Fragen zur betrieblichen Sicherheit und auch mit der Frage, wie man in einem Gefängnis arbeiten soll, auseinandersetzen. Bereits damals habe ich gemerkt, dass es kaum allgemeingültige Regeln und Vorgaben gibt, solche aber hilfreich wären. Zudem wird mir meine letzte Anstellung als Direktor des Laufbahnzentrums Zürich helfen, verschiedenste Interessen auf Laufbahnfragen hin zu bündeln, nicht nur bezüglich beruflicher Fragen.

Das Kompetenzzentrum ist in Fribourg stationiert. Werden Sie den Kanton Zug nun verlassen?

Nein, ich bleibe hier. Ich werde ein Zimmer vor Ort mieten, aber einen Teil meiner Arbeit auch während der Zugfahrt von Zug nach Fribourg erledigen können. Später kann ich mir gut vorstellen, dass ich auch den einen oder anderen Tag von zu Hause in Zug aus arbeite. Sowieso bin ich in meiner Tätigkeit einen Teil der Zeit in der ganzen Schweiz unterwegs. Da ist Zug mit seiner zentralen Lage optimal.

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