Kadermitarbeiter der Zuger Polizei soll Mitarbeiterinnen belästigt haben

Gegen einen hohen Kaderangestellten der Zuger Polizei wurden offenbar happige Vorwürfe bekannt. Der Mann soll mehrere Frauen aus Polizei und Verwaltungskreisen gestalkt und bedroht haben. Die Zuger Polizei prüft personalrechtliche Massnahmen.

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(dvm/haz) Ein hoher Mitarbeiter der Zuger Polizei soll mit mehreren Mitarbeiterinnen der Polizei und der Verwaltung eine Affäre gehabt haben. Dabei soll er die Frauen auch gestalkt und bedroht haben. Entsprechende Unterlagen sind unserer Zeitung sowie Radio Pilatus und Tele1 zugespielt worden. Da die Frauen von den anderen Affären erfahren hätten, haben sie sich auch darüber ausgetauscht.

Angst vor Kurzschlusshandlungen

Die Frauen fürchteten offenbar sogar um ihr Leben, wie aus E-Mails hervorgehen soll. Über den Kadermann wird darin geschrieben, dass ein hohes Risiko bestehe, dass er sich in seiner Wut und Aggressivität verlieren könnte. «... Er ist voll ausgerastet. Er hat sich absolut nicht mehr unter Kontrolle», heisst es in einer der vorliegenden E-Mails. Weiter: «... Ich denke, es geht nicht mehr lange, und er dreht ganz durch. Und ich möchte nicht irgendwann eine Kugel in meinem Körper.»

Ausserdem sei der Kadermann wegen psychischer Probleme bereits krankheitshalber ausgefallen, heisst es weiter. An einem Wochenende soll er eine der Frauen auch mit Fotos terrorisiert und mit einem Feldstecher ausspioniert haben. «Ich habe den totalen Terror gehabt dieses Wochenende, und es hat bis gestern Abend nicht aufgehört», steht weiter in den in Mundart geschriebenen Mails. Passiert sein sollen diese Vorfälle gemäss den unserer Zeitung, Radio Pilatus und Tele1 zugespielten Unterlagen im vergangenen Herbst, und sie scheinen gemäss Mailverkehr in der einen oder anderen Form noch anzudauern. Für den betroffenen Kadermitarbeiter gilt die Unschuldsvermutung.

Die Zuger Polizei hat gemäss Nachfrage von Radio Pilatus und Tele1 Kenntnis von den E-Mails und untersucht die entsprechenden Vorfälle derzeit, bestätigt Sandra Peier, Mediensprecherin der Zuger Polizei. Derzeit würden personalrechtliche Massnahmen geprüft. Suspendiert worden sei bislang niemand. Ebenfalls sei eine Untersuchung eingeleitet worden, weil im veröffentlichten E-Mailverkehr Einsatzjournale enthalten seien, welche dem Amtsgeheimnis unterliegen.