Kommentar

Kameras im öffentlichen Zuger Raum: Zu teuer für den Nutzen

Die Überwachung des öffentlichen Raums dient der Sicherheit. In der Stadt Zug wie anderswo auch. Nur, so wie in Zug zwischen Bahnhof und Bossard-Arena überwacht wird, das ist doch etwas fragwürdig, ist Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung» der Meinung.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler

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Bild: Stefan Kaiser

Kameras, die den öffentlichen Raum überwachen gehören mittlerweile zum Bild jeder grösseren Ortschaft. So auch in Zug. Die Überwachung soll die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger erhöhen. An sich wunderbar und einleuchtend.

Wenn denn die Aufnahmen auch in einer solchen Qualität gemacht würden, durch die beispielsweise Straftäter oder Unruhestifter überführt werden könnten. Genau das jedoch können die mit viel personellem, rechtlichem und finanziellem Aufwand installierten Kameras zwischen Bahnhof und Bossard-Arena in der Stadt Zug nicht.

Weshalb? «Die Kameras sollen einen abschreckenden Charakter haben und uns ermöglichen, die Aufnahmen zu sichten», sagte der Zuger Sicherheitsdirektor bereits früher. Nur: Die Anlage ist nicht dauernd in Betrieb, sondern nur dann, wenn grössere Anlässe stattfinden. Wenn die Kameras also nur abschrecken sollen, weshalb gibt man dann 300 000 Franken (70 000 Franken weniger als budgetiert) aus? Und wenn man schon diesen Betrag ausgibt, weshalb nutzt man die Kameras nicht dazu, allfällige Missetäter zu überführen?

Im Grunde reduziert sich die Frage zum Einsatz von Kameras auf diese: Persönlichkeitsschutz oder Sicherheit, was ist höher zu gewichten? Eine eindeutige Antwort bleiben die Behörden jedoch schuldig. So sind die Kameras einfach nur teuer mit zu wenig Nutzen. Leider.