Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kampf ums Zuger Stadtpräsidium

Gleich vier Kandidaten und eine Kandidatin treten an, um den abtretenden Zuger Stadtpräsidenten Dolfi Müller (SP) zu beerben. Am Podium im Burgbachsaal stellten sie sich Fragen, zu den wichtigen politischen Themen in der Stadt.
Christopher Gilb
Die Podiumsteilnehmer im Burgbachsaal v.l.n.r.: Rupan Sivaganesan (SP), Vroni Straub (CSP), Andrea Muff (Zuger Zeitung, Moderation), Harry Ziegler (Zuger Zeitung, Moderation), Urs Raschle (CVP), Karl Kobelt (FDP) und André Wicki (SVP). (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 04. September 2018))

Die Podiumsteilnehmer im Burgbachsaal v.l.n.r.: Rupan Sivaganesan (SP), Vroni Straub (CSP), Andrea Muff (Zuger Zeitung, Moderation), Harry Ziegler (Zuger Zeitung, Moderation), Urs Raschle (CVP), Karl Kobelt (FDP) und André Wicki (SVP).
(Bild: Stefan Kaiser (Zug, 04. September 2018))

Rund 80 Personen hatten sich am Dienstagabend im Burgbachsaal in Zug eingefunden, um am Podium organisiert von der städtischen CVP und von der Zuger Zeitung moderiert, zu erfahren, wie sich die vier Kandidaten und die Kandidatin für das Amt des Stadtpräsidenten auf der Bühne schlagen. Auf die Aufwärmfrage von Moderatorin Andrea Muff (Ressorleiterin Stadt/Kanton bei der Zuger Zeitung), wieso die Kandidaten sich geeignet fürs Amt fühlen, antwortete die Vorsteherin des städtischen Bildungsdepartements Vroni Straub (CSP), das ihr Rucksack gut gefüllt sei, sie Lust auf den Job habe und als frühere Hebamme auch die guten Nerven mitbringe. Zuvor hatte der abtretende Stadtpräsident Dolfi Müller von seinem Platz im Publikum aus, dies als wichtige Eigenschaft aufgezählt.

Für André Wicki, Bauchef und Vizestadtpräsident von der SVP, ist die Stadt Zug «in mein Fleisch und Blut übergegangen». Für ihn sei die entscheidende Frage, was einen Stadtpräsidenten von morgen erwarte denn, das internationale Dorf werde zur Stadt. Er verwies auf seine Erfahrung in einem internationalen Unternehmen. Finanzchef Karl Kobelt (FDP) wiederum gab an, dass ihm in den letzten sechs Jahren für die Stadt viel gelungen sei. Er habe klare Führungsprinzipien und sei ein offenes Wesen. «Das ist ein tolles Gremium, ich würde diesem gerne mit Lust und Freude vorstehen.»

SP-Kandidat gibt sich angriffslustig

Auch Urs Raschle (CVP), Vorsteher des Departements Soziales, Umwelt, Sicherheit sieht sich gerüstet. «Mein Herz schlägt weiss blau weiss.» Zug sei gut unterwegs. Es gebe aber auch grosse Aufgaben, er werde dazu eine klare Linie ausarbeiten und diese umsetzen. SP-Kantonsrat und -Gemeinderat Rupan Sivaganesan findet, Dolfi Müller habe bewiesen, dass die SP Verantwortung übernehmen könne. «Das ist unser Sitz.» Die SP könne nicht zuletzt das wichtige Thema Wohnraum thematisieren und Lösungen bringen.

«Mein Herz schlägt weiss blau weiss.»
Urs Raschle, CVP-Kandidat fürs Stadtpräsidium

Jetzt war das Thema Wachstum angesagt. Das mache ihr ehrlich gesagt schon etwas Sorgen, die Frage sei jetzt, wohin Zug wachse, so Kandidatin Straub. Es ginge darum, Siedlungsbegrenzungen und die Nähe zu Erholungsorten zu erhalten. «Und was mir schon manchmal fehlt, ist etwas mehr Holz in der Architektur.» Die Frage wird an Bauchef Wicki weitergegeben. Er betont das städtebauliche Entwicklungskonzept, in das auch die Quartiere eingebunden gewesen seien. Auch er findet grüne Freiräume seien wichtig. Bezüglich Holz verweist er auf das V-Zug Areal, wo ja diesbezüglich gerade etwas in Planung sei. Es ginge um die Steuerung, so Urs Raschle. «Etwa, wie steuern wir den Verkehr oder kann es mal einen autofreien Platz geben.» Fragen, die er als Stadtpräsident angehen wolle.

Betont zuversichtlich zeigte sich Karl Kobelt: «Ich will eine Lanze brechen für das Wachstum. Das wollten wir alle, das hat uns Wohlstand gebracht.» Aber auch er findet, es müsse Sorge getragen werden, gerade zu kleinen Räumen. Es gebe aber auch Schattenseiten kontert Sivaganesan. Er kommt wieder auf den fehlenden preisgünstigen Wohnraum zu sprechen. Andrea Muff fragt daraufhin Wicki, wieso nun gerade er auf Plakaten mit diesem Anliegen werbe? «Das ist ein altes bürgerliches Vorhaben», findet dieser. Aber eben nicht als Vorgabe von oben, die Genossenschaften sollen dies vielmehr übernehmen. Er verweist auf sein Engagement diesbezüglich. Sivaganesan über Wicki: «Wenn sogar ein SVP-Politiker unser Vorhaben unterstützt, ist das der beste Beweis für den Erfolg linker Politik. Wicki dazu: «Der Unterschied ist, wir machen was, ihr sprecht nur davon.»

Wohin geht der Überschuss?

Ein Aspekt bei solchen Themen ist auch immer das Geld und nun hat die Stadt einen Überschuss geschrieben. «Wohin damit?», will Moderator Harry Ziegler (Chefredaktor Zuger Zeitung) von Finanzchef Kobelt wissen. «In die Qualität des Standorts investieren», findet dieser. 140 Millionen Franken würden alleine in den nächsten Jahren für die Schulbauten aufgewendet werden, konkretisiert Wicki. Wieder sucht Sivaganesan die Diskussion. Erst werde bei den Bürgern gespart mit dem Resultat, das dann die Steuern gesenkt würden.

«Rupan, ich glaube ich muss dich an das grosse Defizit vor Jahren erinnern, hätten wir das nicht korrigiert könnten wir heute nicht investieren», kontert Kobelt. Für Urs Raschle ist die Diskussion ein Zeichen dafür, dass sein Departement gut gearbeitet hat. Denn soziale Sicherheit sei die Basis für Investitionen. Und gerade bei den ungedeckten Pflegekosten sei während seiner Zeit eine Senkung gelungen.

Durch Dolfi Müller wurde Zug im Bereich Blockchain und Bitcoin international bekannt. Wie geht das nach ihm weiter? Die drei bürgerlichen Kandidaten sind sich einig. Man habe da eine grosse Chance gepackt. Die viele Möglichkeiten auch im Bereich Mobilität bringe. Sie wolle ja den Gottesdienst nicht stören, meldet sich dann aber Vroni Straub zu Wort, es sei ihr aber wichtig zwischen Bitcoin und Blockchain zu unterscheiden. Die Blockchain sei etwas sauberes, Bitcoin jedoch schnelles Geld. Zudem gab sie zu bedenken, das trotz aller Digitalisierung Formulare teils von Hand einscannt werden müssten. Vor Reputationsschäden mache er sich eher weniger Sorgen, so Karl Kobelt. «Kriminelles Verhalten orientiert sich nicht an der Technologie.» Raschle verweist als Erfolg aufs bargeldlose parkieren mit Twint, was eben alle nutzen könnten. Es gab also viel zu reden an diesem Abend. Einzig der Satz: «Da bin ich anderer Meinung als du», hätte gerne noch etwas häufiger fallen können.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.