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Die Neuheimer Kanalisation hat einen hohem Symbolwert

An der Gemeindeversammlung morgen Abend werden die Stimmberechtigten über ein Kreditbegehren für die teilweise Sanierung des Abwassersystems befinden. Hinter jenem verbirgt sich eine besondere Geschichte.
Raphael Biermayr

In Neuheim ist man stolz auf eine möglichst grosse Unabhängigkeit – offenbar auch in Bezug auf eine unappetitliche, wenngleich unabdingbare Angelegenheit: die Kanalisation. Im Jahr 1974 wurde die gemeindeeigene Abwasserreinigungsanlage in Betrieb genommen. Nun muss ein Teil des rund 22 Kilometer umfassenden Leitungssystems saniert werden. Die Gemeindeversammlung von morgen Abend wird über ein entsprechendes Kreditbegehren des Gemeinderats in der Höhe von 410000 Franken abstimmen.

Vor vier Jahren sprach sie schon einmal eine Viertelmillion Franken für die Kanalisation, um damit der Nachführung des Generellen Entwässerungsplans (GEP) zu entsprechen. In diesem Zusammenhang seien bereits einige Sanierungsarbeiten ausgeführt worden, sagt der zuständige Neuheimer Gemeinderat Daniel Schillig (CVP). Ausserdem sind damit Aufnahmen aus dem Kanalisationsinnern gemacht worden, um Schäden zu lokalisieren.

Meiste Arbeiten ohne Auswirkungen auf Anwohner

Die Fotos erinnern an Bilder einer Endoskopie, manche davon sind in der Vorlage zur Gemeindeversammlung abgedruckt. Auf diesen Abbildungen sind Schäden zu sehen, deren Behebung von hoher Dringlichkeit ist: von Rohrdeformationen über Ablagerungen über Wurzelwuchs bis hin zu einem Leitungsbruch.

Die Reparaturen sollen in diesem Jahr begonnen werden und bis in etwa zwei Jahren umgesetzt sein. Die meisten davon könnten gemäss Daniel Schillig mit sogenannten Linern gemacht werden. Das sind Schläuche, die über die Schadensstelle gelegt und anschliessend fest mit dem Rohr verbunden werden – unvergängliche Pflaster, gewissermassen. Ein Vorteil dabei: Der Boden muss nicht geöffnet werden. Die Auswirkungen auf Anwohner und Strassenverkehr sind bei diesem Verfahren also vernachlässigbar.

Für einen Anschluss fehlt die Infrastruktur

Neuheim ist die einzige Gemeinde im Kanton Zug, die nicht an die Ringleitung der Kanalisation des Gewässerschutzverbands (GVRZ) angeschlossen ist. Das lag beim Aufbau der Leitung an der topografisch ungünstigen Lage des Dorfs. Wie sieht die Situation heute aus? Gemäss dem Gemeinderat Schillig sei der Anschluss auch «in den nächsten 15 bis 20 Jahren» nicht möglich infolge fehlender Infrastruktur. Der Bauchef sagt überdies, dass das Thema aus reinen Kostenüberlegungen eine Überlegung wert sei. Er betont aber: «Die eigene Kanalisation in Neuheim ist historisch gewachsen. Und sie ist den Leuten wichtig.»

Hinweis Die Gemeindeversammlung in der Lindenhalle beginnt morgen Dienstag (29.Mai) um 20 Uhr.

Wohin mit dem Neuheimer Überschuss

Versammlung  Neben dem Kredit für die teilweise Sanierung der Kanalisation ist an der Gemeindeversammlung (GV) von morgen Dienstagabend (29.Mai 2018) auch wie üblich die Rechnung traktandiert. Die Ausgabe 2017 weist ein Rekordergebnis von rund 1,8 Millionen Franken plus aus. 909000 Franken davon sollen gemäss dem Antrag des Gemeinderats für zusätzliche Abschreibungen verwandt werden sowie 500000 Franken den Steuerschwankungsreserven und 366000 Franken dem freien Eigenkapital zugewiesen werden. Der Finanzchef Marcel Güttinger (FDP) sprach bei der Präsentation der Rechnung vor Monatsfrist einen möglichen Steuerrabatt für das Jahr 2019 an. Seine Partei bekräftigt diese Überlegung in ihrer Mitteilung zur GV und schreibt sogar von einer Steuersenkung, die geprüft werden soll. Die SVP moniert bei der Rechnung die «Budgetüberschreitung und die mittelfristige Entwicklung bei den Personalkosten der Kanzlei». Die «Kostenentwicklung und das Qualitätswachstum» würden «in einem starken Missverhältnis» stehen. Die CVP unterstützt die Anträge des Gemeinderats ohne weitere Ausführungen. (bier)

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