Hünenberg: Kandidaten stehen Red und Antwort

Der Gewerbeverein hat ein Podium zu den Gemeinderatswahlen durchgeführt. Zu reden gab insbesondere die Entwicklung des Zythus-Areals im Seegebiet. Aber auch die Finanzen standen im Fokus.

Rahel Hug
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Miriam Rickli (Mitte) fühlt den Kandidaten Hubert Schuler, Renate Huwyler, Thomas Anderegg, Dany Gygli, Claudia Benninger Brun und Pius Hürlimann (von links) auf den Zahn. (Bild: Thomas Müller (Hünenberg, 30. August 2018))

Miriam Rickli (Mitte) fühlt den Kandidaten Hubert Schuler, Renate Huwyler, Thomas Anderegg, Dany Gygli, Claudia Benninger Brun und Pius Hürlimann (von links) auf den Zahn. (Bild: Thomas Müller (Hünenberg, 30. August 2018))

Die Planung im Dorfzentrum, Wachstumsfragen generell, die Asylsituation, der Steuerfuss, die Zusammenlegung der Ökihöfe oder die Überbauung des Zythus-Areals – die Themen, die die sechs Kandidaten an der Podiumsdiskussion zur Gemeinderatswahl in Hünenberg diskutiert haben, waren breit gefächert. Organisiert vom Gewerbeverein und moderiert von der TV-Frau Miriam Rickli, standen die Anwärter auf ein Exekutivamt am Donnerstag im Heiri-Saal Red und Antwort.

Es liegt in der Natur der Sache, dass an Podien dieser Art weniger eine echte Debatte um Inhalte entsteht, sondern die Kandidaten sich vielmehr dem Publikum vorstellen und ihre Positionen darlegen. Doch wer die Sechs etwas besser kennen lernen wollte, kam am Anlass sicher auf seine Kosten.

Ein konkretes Projekt liegt noch nicht vor

Miriam Rickli wollte von den bisherigen Gemeinderäten Renate Huwyler und Thomas Anderegg (CVP) sowie den neu antretenden Claudia Benninger Brun und Dany Gygli (FDP), Hubert Schuler (SP) und Pius Hürlimann (SVP) wissen, ob es in Hünenberg See ein zweites Dorfzentrum brauche. Als Bauchef holte Thomas Anderegg aus und erklärte, worum es bei der Planung im Zythus geht. Es seien Denkmodelle präsentiert worden, ein konkretes Projekt liege noch nicht vor. «Meine persönliche Idee beispielsweise wurde bislang noch nicht vorgestellt», sagte Anderegg und erzählte, wie diese aussieht: «Ich stelle mir vor, dass man aus der S-Bahn steigt, und ebenerdig einen Begegnungsplatz betritt. Im Sockelgeschoss könnte man einen Grossverteiler unterbringen.» Renate Huwyler betonte, man wolle im Zythus einen Mehrwert für alle schaffen. Dabei hole man auch die Gegner ins Boot: «Mit den Vertretern der IG Zythus-Areal werden wir zusammensitzen.» Claudia Benninger Brun hielt fest, es brauche kleine Wohnungen, da solche in Hünenberg Mangelware seien. Für Hubert Schuler ist eine gute Durchmischung wichtig. «Ein Quartier lebt durch verschiedene Generationen. Es braucht unbedingt bezahlbare Wohnungen.» Pius Hürlimann plädiert für ein Wachstum mit Mass: «Ich möchte ein Gemeinderat, kein Stadtrat sein.» Laut Dany Gygli liegen in Sachen Zythus die Fakten auf dem Tisch. «Ich beurteile den bisher geführten Dialog mit der Bevölkerung als positiv.»

Fest steht: Die Überbauung des Areals, bei der die Federführung beim Kanton liegt, beschäftigt die Bevölkerung und wird auch für den ab 2019 neu zusammengesetzten Gemeinderat ein grosses Thema darstellen. Die vorgesehene Ausnützungsziffer sei «bizarr hoch», hiess es etwa aus dem Publikum. Und man habe nach wie vor keine Antwort auf die Frage, was der Mehrwert der hohen Ausnützungsziffer für die Gemeinde Hünenberg sei. Thomas Anderegg entgegnete, es bestehe kein Grund zur Panik. «Die Hünenberger Bevölkerung wird über die Zonenplanänderung abstimmen können. Was die Ausnützungsziffer betrifft, gibt uns der Kanton die Spielregeln vor, indem er das Areal als Verdichtungsgebiet definiert hat.»

Wie kann Hünenberg zusätzliche Firmen anlocken, um weitere Steuereinnahmen zu generieren? Bei dieser Frage sind sich die Kandidaten einig, dass sich im Industriegebiet etwas tun muss. Stellvertretend sei hier Claudia Benninger Brun zitiert: «Das Bösch muss aufgewertet werden, da sollte klar der Fokus liegen.» Renate Huwyler bestätigte, dass diesbezüglich Abklärungen laufen. Dany Gygli kam auf ein kantonales Thema zu sprechen: «In Zug haben wir eine sehr strenge Gebäudeversicherung, was zum Teil eine irrsinnige Bürokratie für neu zugezogene Firmen nach sich zieht. Hier müsste man unter anderem ansetzen.» Was den Hünenberger Steuerfuss betrifft (der im Zuger Vergleich hoch ist), hielt Hubert Schuler fest, die Steuern seien nicht das einzige Qualitätskriterium: «Wir müssen uns nicht mit Walchwil vergleichen.» Auf die Frage aus dem Publikum, wo man in Hünenberg noch Sparpotenzial sehe, sagte Pius Hürlimann: «Bildung ist unser grösster Rohstoff, doch auch die Schule müsste sich nach der Decke strecken.» Für Claudia Benninger Brun keine gute Idee: «Ich würde nicht an der Qualität der Schule schrauben.»

Beim anschliessenden Apéro wurde fleissig weiterdiskutiert. Am 7. Oktober wird sich zeigen, welche fünf Kandidaten ab 2019 in der Hünenberger Exekutive politisieren werden.