Die Kanti Menzingen ist auf Lehrer-Suche

Neun Stellengesuche hat das Gymnasium momentan ausgeschrieben. Rektorin Gabrjiela Pejic erklärt, wie das kommt.

Carmen Rogenmoser
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Rund 80 Lehrer unterrichten momentan an der Kantonsschule Menzingen.

Rund 80 Lehrer unterrichten momentan an der Kantonsschule Menzingen.

Bild: Christian H. Hildebrand (16. August 2018)

Lehrbeauftragter Englisch, Lehrbeauftragte Theaterpädagogik oder Lehrbeauftragte Mathematik: Die Kantonsschule Menzingen (KSM) hat für das kommende Schuljahr nicht weniger als neun Stellen ausgeschrieben, wie dem Zuger Amtsblatt zu entnehmen war. «Der gesamte Umfang entspricht etwa sechs Vollzeitstellen», relativiert Rektorin Gabrijela Pejic-Glisic auf Nachfrage. Es handle sich um mehrere Stellen in verschiedenen Bereichen und in verschiedenen Pensengrössen, ergänzt sie. Dafür gebe es mehrere Gründe. Die Rektorin nennt etwa die natürliche Fluktuation, so gehen vier Personen in Pension, einige andere verlassen die Schule. Für sie alle muss eine Nachfolge gefunden werden. Die KSM befinde sich weiterhin im Wachstum, sagt die 42-Jährige. Sie leitet die Schule seit August 2019. «Wir erwarten auch im nächsten Schuljahr mindestens zwei Klassen mehr.» Ein weiterer Grund für die Lehrersuche ist, dass ab dem nächsten Schuljahr Informatik als neues Grundlagenfach unterrichtet wird. «Damit wir gewährleisten können, auch in Zukunft genug Informatik-Lehrpersonen an der Schule zu haben, reduzieren einige Lehrpersonen ihr gegenwärtiges Pensum und absolvieren in den nächsten Jahren eine Zusatzausbildung, die sie dann zum Informatik-Unterricht befähigt.»

Mit dieser Einführung wolle man an der grundsätzlichen Ausrichtung der Schule aber nichts ändern, sagt die Rektorin. «Als ein Gymnasium legt die Kantonsschule Menzingen ein grosses Gewicht auf eine breite Allgemeinbildung. Auch im Schwerpunkt- und Ergänzungsfachbereich legen wir grossen Wert auf ein breit abgestütztes Angebot.» Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer werden bereits im sprachlichen, im naturwissenschaftlichen und im musisch-gestalterischen Bereich angeboten.

Kleinstpensum von 15 Stellenprozent

Die Pensen der ausgeschriebenen Stellen variieren stark. Auffallend sind besonders die Kleinstpensen von 15 Stellenprozent. So wird etwa ein Lehrbeauftragter für Bildnerisches Gestalten mit Pensum von 15 bis 25 Prozent gesucht. Auch als Psychologielehrer kann man sich für ein 15-Prozent-Pensum bewerben. Das gleiche gilt für die Ausschreibung Lehrbeauftragter Deutsch (15 bis 30 Prozent) oder Lehrbeauftragter Theaterpädagogik (15 bis 30 Prozent). «Das entspricht etwa vier bis acht Lektionen pro Woche», erklärt die Rektorin. Oft unterrichtet eine Lehrperson mehrere Fächer, so dass ihr Pensum in Wirklichkeit deutlich grösser ist.

24 Lektionen machen ein 100-Prozent-Pensum aus, was wiederum einer 42-Stunden-Woche entspreche. Rund 80 Lehrpersonen unterrichten die etwa 550 Schülerinnen und Schüler der KSM. Und offenbar sind diese gerne in Menzingen. «Dank dem guten Arbeitsklima, einem engagierten Kollegium sowie einer zeitgemässen Infrastruktur mit einem persönlichen Arbeitsplatz verbringen viele Lehrpersonen viel Zeit an der Schule», ist Pejic überzeugt.

In der Kantonsschule Zug ist die Fluktuation kleiner

Deutlich ruhiger im Bezug auf Stellenwechsel ist es in der Kantonsschule Zug, wo momentan 195 Lehrer beschäftigt sind. «Beim nicht-unterrichtenden Personal gab es in den letzten fünf Jahren praktisch keine Wechsel, bei den Lehrpersonen durchschnittlich zwei pro Jahr», sagt Rektor Peter Hörler. Auch er verweist hier auf eine natürliche Fluktuation. Bei befristeten angestellten Lehrpersonen sei diese aufgrund der betrieblichen Abläufe höher. In Zug wird die Rekrutierung der Lehrer für das nächste Schuljahr ebenfalls im Februar in Angriff genommen. «Sie steht im Zusammenhang mit der Pensenplanung. Diese beginnt in der Regel anfangs des zweiten Semesters und dauert bis zum Ende des laufenden Semesters», so Hörler. Kleinstpensen von 15 Prozent, wie sie für die KSM ausgeschrieben sind, kennt auch Rektor Hörler. «Das kann aufgrund der Ausgangslage, beispielsweise einer Vertretungslösung für ein Jahr, hin und wieder vorkommen.»