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KANTITHEATER ZUG: Eine Collage über das Vertrauen

Das diesjährige Kantitheater interpretiert den Klassiker «Trust» von Falk Richter. Im Zuge dessen erfindet sich die Theatergruppe neu.
Julian Koller
Das Kantitheater probt das Stück «Trust». (Bild: Werner Schelbert (5. April 2017))

Das Kantitheater probt das Stück «Trust». (Bild: Werner Schelbert (5. April 2017))

Das neue Kantitheater bietet mit seiner Aufführung von «Trust» vieles, was so schon lange nicht mehr in der Aula der Kantonsschule dargeboten worden war. Mit den Gesangseinlagen und aufwendigen, vom Theater selbst choreografierten Tanzvorführungen erinnert diese Version des Stückes stark an ein Musical. Auch die Erzählstruktur ist für das Kantitheater Neuland. In einer gesellschaftskritischen Collage werden verschiedene Probleme unter dem Aspekt des Vertrauens in einer Vielzahl von Kurzgeschichten thematisiert. Dieser Erzählstruktur opfert man auch ganz bewusst den roten Faden der Geschichte. Entsprechend viel wird mit dieser Interpretation gewagt, doch mindestens genauso viel gewonnen. Dank des schnellen Erzähltempos, der kreativen Präsentation und nicht zuletzt wegen des überzeugenden, mit Selbstvertrauen vorgetragenen Spielens der Kantischüler muss sich in der gut eineinhalbstündigen Vorführung niemand langweilen.

Zwischen den Zeilen lesen

Benjamin Hermann (19) aus Inwil spielt in einer der Handlungen die Hauptrolle. Sein Charakter fühlte sich als Mädchen im Körper eines Jungen. Eine autobiografische ­Geschichte, deren Text er selber schreiben durfte. «Ich finde es toll, dass das Theater bereit ist, solche Themen anzusprechen», erklärt er. Die Kehrtwende, die das Theater in seiner Form eingeschlagen hat, begrüsst auch er: «Zu Beginn waren wir alle etwas skeptisch, was den Tanz und so weiter angeht. Aber inzwischen hat mich die Idee überzeugt, weil man als Zuschauer so mehr auf den visuellen Aspekt achtet und etwas mehr zwischen den Zeilen lesen muss.»

Doch das Lesen zwischen den Zeilen ist nicht jedermanns Sache, und so bleiben manche der Schüler, welche die Generalprobe des Stückes besuchen, begeistert und andere ein wenig verwirrt zurück. Der Fünftklässler Daniel Andermatt aus Baar bringt die Sache auf den Punkt: «Das Zuschauen hat grosse Freude gemacht», erklärt er. «Auch wenn es manchmal doch sehr verwirrend war. Aber daran erkennt man wohl, dass es Kunst ist.»

Das Stück wurde von den Schülern unter der Leitung von Charlie Lutz einstudiert. Er ist Lehrer an der Kantonsschule und kommt aus Sarnen. Er erklärt, das Stück basiere zwar auf dem Original von «Trust», doch es sei keine reine Wiedergabe davon. Tatsächlich stammen nur etwa 30 Prozent des Textes aus der Originalvorlage, der Rest sei ganz und gar selbst entwickelt. Die Grundthematik sei aber die gleiche, nur auf die Altersgruppe der schauspielenden Schüler hinuntergebrochen. «Dabei handelt es sich im Prinzip um eine Ich-Findung auf mehreren Ebenen», sagt er. «Aber letztendlich besteht der grosse Erfolg des Stückes darin, dass es eine Teamarbeit ist, die ohne den Mut der auftretenden Schüler nicht möglich gewesen wäre», betont er.

Julian Koller

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis: Premiere: Freitag, 19.30 Uhr, ­Aula Kantonsschule Zug. Weitere Vorführungszeiten: Samstag und Montag, 19.30 Uhr, sowie Sonntag, 17 Uhr.

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