Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KANTON: Bei der Jagd auf Niederwild ist nur die Flinte erlaubt

253 Zuger Jäger und ihre Gäste nehmen an der aktuellen Niederwildjagd teil. Während der Jagd dürfen neben Rehen auch andere, teils unbekanntere Wildarten erlegt werden.
Bis Ende November dürfen Rehe gejagt werden.

Bis Ende November dürfen Rehe gejagt werden.

Noch bis Ende November dauert die Zuger Niederwildsaison. Bei der Niederwildjagd dürfen folgende Wildarten gejagt werden: Rehwild, Füchse, Dachse, Baummarder, Steinmarder, Wasch­bären, Marderhunde, Raben­krähen, Elstern, Eichelhäher, ­Ringeltauben, Türkentauben, verwilderte Haustauben, Stockenten, Reiherenten, Tafelenten, Blesshühner und Kormorane.

«Im Kanton Zug darf abgesehen vom Siedlungsgebiet und den Schongebieten auf dem ganzen Kantonsgebiet gejagt werden. Es gelten jedoch ein paar Bestimmungen», sagt Priska Müller vom Amt für Wald und Wild. Zu bewohnten Häusern müsse ein Abstand von 100 Metern eingehalten werden, im vorgelagerten Seegebiet ist der einzuhaltende Abstand 200 Meter, es gelte ein Jagdverbot im Umkreis von 100 Metern um Kirchen und Friedhöfe, und innerhalb eingefriedeter Anlagen, wie zum Beispiel einer Baumschule, dürfe nur unter Zustimmung des Eigentümers gejagt werden, sagt Müller. «Während der Niederwildjagd ist nur die Flinte zugelassen. Auf der Hirschjagd hingegen dürfen die Tiere nur mit der Kugel geschossen werden», erklärt Müller. Je nach Jagdart gibt es unterschiedlich zugelassene Jagdmethoden. «Die häufigsten Methoden auf der Hirschjagd ist in der Gruppe die Drückjagd ohne Hund oder als Einzeljagd die Pirsch und der Ansitz», erklärt Müller. Bei der Niederwildjagd sei die laute Gruppenjagd mit Hunden im Kanton Zug weit verbreitet und die traditionellste Jagdmethode. Die Einzeljagd, wie die Pirsch oder der Ansitz, sei aber auch erlaubt, so Müller.

Verbissschaden gibt Auskunft

Aufgrund der Wildzählungen und Verbissaufnahmen im Frühjahr 2016 wurde ein maximales Nutzungskontingent von 380 Rehen freigegeben. Der Wald ist der wichtigste Lebensraum für Reh, Rothirsch und Gämse. Die Knospen junger Bäume werden von den Tieren gefressen, und dies kann zu einer Senkung der Stammzahl oder zur Entmischung der Baumarten führen. Um das Problem im Auge zu behalten, wird alle 5 Jahre eine gutachterliche und flächendeckende Verbisseinschätzung durch die Förster durchgeführt. Aufgrund dieser Einschätzungen wurden vier Indikatorenflächen eingerichtet: das Hürital und die Dachsflue in Unterägeri, die Muetegg in Oberägeri und das Stärneweidli in Menzingen. Auf diesen wird jährlich der Verbiss am Endtrieb mittels Stichprobenverfahren erhoben. Bei der Interpretation der Resultate steht die Tanne im Zentrum. Die Tanne ist in den Zuger Wäldern eine Hauptbaumart, sie reagiert sehr empfindlich auf Verbiss und zeigt im Gegensatz zu den meisten Laubbaumarten, aussagekräftige Werte. Die Resultate der Tanne zeigen im Vergleich zum Vorjahr nur sehr geringe Veränderungen. Die Verbissintensität der Tanne über alle vier Indikatorenflächen ist seit zwei Jahren auf hohem Niveau stabil. In der Indikatorenfläche Hürital liegt die Verbiss­intensität seit zwei Jahren unter dem Grenzwert und in der Dachsflue im Bereich des Grenzwertes. In der Muetegg und im Stärneweidli ist die Verbissintensität deutlich zu hoch. Die jagdliche Nutzung wurde regional differenziert. Ist das Plansoll in einem Gebiet erreicht, endet dort die Jagd. Dadurch wird eine nachhaltige Wildnutzung sichergestellt. Insgesamt 253 Jäger und ihre Jagdgäste sind bei der Niederwildjagd dabei. Die Hirschjagd war an 12 Jagdtagen und ist am 28. September zu Ende gegangen. Die 152 Jäger erlegten insgesamt 26 Stück. So viele Hirsche wurden noch nie geschossen, und dies bedeutete einen Zuger Rekord.

Sicherheit hat höchste Priorität

Auf der Jagd wird von den Jägern grosse Rücksichtname auf die Zivilbevölkerung verlangt. Die Gewährleistung der Sicherheit hat höchste Priorität. Das Wild, das geschossen wird, wird entweder an Restaurants, Metzgereien oder Privatpersonen verkauft. Dieses kann bis zum Schützen zurückverfolgt werden. «Um jagen gehen zu dürfen, muss man ein Gesuch beim Kanton stellen. Man braucht eine in Zug anerkannte Jagdprüfung sowie einen aktuellen Treffsicherheits- und Versicherungsnachweis. Mit dem Treffsicherheitsnachweis bestätigt der Gesuchsteller, dass er die Waffenhandhabung geübt hat und entsprechend treffsicher ist», sagt Müller.

Jonas Indra

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.