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KANTON: Die Tangente entsteht Schritt für Schritt

Die Vorbereitungen für die lang erwartete Strasse starten. In rund einem Jahr werden dann die grossen Geschütze aufgefahren.
Carmen Desax
(1) (Bild: Baudirektion Zug)

(1) (Bild: Baudirektion Zug)

Drei Kilometer lang wird sie, rund 201 Millionen Franken kostet sie, und bis 2021 soll sie fertig sein: die Strasse, die den Zuger Berggemeinden einen direkten Anschluss an die Autobahn bringt und die Ortskerne von Zug und Baar entlasten wird. Besser bekannt ist die neue Kantonstrasse als Tangente Zug/Baar. 1999 erteilte der Regierungsrat der Gemeinde Baar und der Stadt Zug den Auftrag, eine solche Ost-West-Verbindung zu planen. 17 Jahre später konnte gestern der Baubeginn dieses Projekts gefeiert werden. Allerdings findet der Anlass nicht etwa auf einer Baustelle statt, sondern im Konferenzraum der Baudirektion des Kantons. «Willkommen zum virtuellen Spatenstich», begrüsst Baudirektor Urs Hürlimann die anwesenden Gäste, darunter auch Stadtrat André Wicki als Vertreter der Stadt Zug und den Baarer Bauchef Paul Langenegger. Erst einmal stehen Vorbereitungsarbeiten auf dem Plan. In rund einem Jahr wird dann tatsächlich mit dem Bau der Kantonsstrasse begonnen. Der Startschuss ist aber dennoch gefallen: «Nun kann das grösste Strassenbauprojekt des Kantons realisiert werden», freut sich der Baudirektor.

50 Einsprachen gegen die Strasse

2009 hat die Zuger Stimmbevölkerung Ja zum Bau der Tangente gesagt. Seither haben im Hintergrund umfangreiche Vorarbeiten stattgefunden. Viel Energie und Zeit mussten in Beschwerdeverhandlungen investiert werden. Rund 50 Einsprachen gingen ein und wurden sogar bis vor das Bundesgericht gezogen. Doch seit gestern gehört das offiziell der Vergangenheit an. Urs Hürlimann nutzt die Gelegenheit, um auf die Wichtigkeit der Tangente hinzuweisen: «Bis im Jahr 2040 rechnen wir mit 148 000 Einwohnern im Kanton und rund 120 000 Arbeitsplätzen.» Die nötige Infrastruktur bereitzustellen, sei Aufgabe des Kantons. «Unsere Strassenprojekte sind weitsichtig und wirtschaftlich ausgerichtet», versichert er.

Der erste Tunnel im Kanton

Die Tangente Zug/Baar wird vom Knoten Süd-/Weststrasse, direkt beim Autobahnanschluss in Baar, auf der bestehenden Südstrasse zum Knoten Zugerstrasse verlaufen. Dort beginnt die eigentliche Neubaustrecke. Sie führt über die Knoten Industriestrasse und Inwilerriedstrasse zum Knoten Rigistrasse. Die folgende Steigung überwindet die Tangente über den 370 Meter langen Tunnel Geissbüel. Im Gebiet Margel schliesst die Tangente an die Ägeristrasse an. «Der Geissbüel-Tunnel wird der erste Tunnel im Kanton Zug», sagt Hürlimann. Den Seitenhieb auf den abgelehnten Stadttunnel kann er sich nicht verkneifen. «Umso froher bin ich, dass mit der Tangente gestartet werden kann.» Die Finanzierung des Projekts sei trotz Sparmassnahmen gesichert, schiebt er nach. Dies durch die kantonale Spezialfinanzierung Strassenbau. Sie wird zum grössten Teil über die Motorfahrzeugsteuern finanziert.

Die Tangente soll sich möglichst gut ins Landschaftsbild eingliedern und in das Naherholungs- und Landwirtschaftsgebiet einbetten. «Die Strassen werden von zahlreichen landschaftspflegerischen Massnahmen wie Bachöffnungen, Bepflanzungen, Dämmen und Erdschüttungen als Lärmschutz begleitet», erklärt der Kantonsingenieur Urs Lehmann. Auch neue Spazier- und Wanderwege sind Teil des Projekts. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Am Montag, 4. Juli, beginnen nun die Vorbereitungsarbeiten, die sogenannten Vorlose: Die bisherige Fussgängerunterführung in Inwil wird mit einer Fussgängerbrücke ersetzt, und im Margel wird eine neue Brücke über den Margelbach gebaut. In einem Jahr soll dann alles für das Hauptlos, den Bau der Strasse, bereit sein. «Dann machen wir bestimmt noch einen richtigen Spatenstich», verspricht der Baudirektor.

Carmen Desax

(2) (Bild: Baudirektion Zug)

(2) (Bild: Baudirektion Zug)

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