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KANTON: Eine Pflegeausbildung für Fremdsprachige

Das Rote Kreuz Zug bildet unter anderem Asylsuchende mit dem Status «vorläufig aufgenommen» zu Pflegehelfern aus. Damit war die Zuger Sektion anderen um einiges voraus.
Samantha Taylor
Seit 2013 gibt es im Kanton Zug eine Ausbildung zum Pflegehelfer oder zur Pflegehelferin für Fremdsprachige.Symbolbild: Pius Amrein

Seit 2013 gibt es im Kanton Zug eine Ausbildung zum Pflegehelfer oder zur Pflegehelferin für Fremdsprachige.Symbolbild: Pius Amrein

Das Schweizerische Rote Kreuz will Flüchtlinge besser in den Arbeitsmarkt integrieren. Mit dem Projekt Sesam, das gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Migration des Bundes lanciert wurde, soll dies geschehen. Das Ziel: Auch Asylsuchende mit dem Status «vorläufig aufgenommen» sollen eine Ausbildung zum Pflegehelfer oder zur Pflegehelferin absolvieren können. Das Pilotprojekt läuft seit rund zwei Jahren noch bis 2018. Bisher haben sich 20 involvierte Rotkreuz-Kantonalverbände daran beteiligt.

Der Kanton Zug ist nicht dabei. Das liegt daran, dass sich das, was für einige Sektionen des Roten Kreuzes Neuland ist, im Kanton Zug längst etabliert hat. Bereits seit 2013 gibt es im Kanton nämlich eine Ausbildung zum Pflegehelfer oder zur Pflegehelferin für Fremdsprachige. «Wir konnten uns darum am Projekt Sesam nicht beteiligen und deswegen auch die finanzielle Unterstützung des Bundes nicht abholen. Wir waren mit unserem Programm sozusagen zu früh dran», sagt Astrid Biderbost-Andermatt, Leiterin Bildung beim Kantonalverband Zug des SRK. Das kantonale Ausbildungsangebot sei dem Projekt Sesam jedoch sehr ähnlich. Die Teilnehmer seien im Kanton Zug lediglich etwas weniger eng betreut. «Es gibt aber für alle die Möglichkeit einer Lernbegleitung», sagt Biderbost. Diese werde entweder durch Personen ausgeführt, die die Ausbildung selbst absolviert haben oder ausgebildete Pflegefachpersonen sind. «Im Rahmen dieser Betreuung können die Teilnehmer fachlich und sprachlich profitieren», sagt Biderbost.

Ausbildung steht vorläufig Aufgenommenen offen

Die Ausbildung zum Pflegehelfer oder zur Pflegehelferin steht auch im Kanton Zug vorläufig Aufgenommenen offen. Sie sind regelmässige Besucher dieser Kurse. Dies, sofern sie über eine Arbeitsbewilligung verfügen. «Wir ar­beiten im Kanton mit verschiedenen Stellen zusammen und bekommen auch von verschiedenen Seiten unsere Kursteilnehmer vermittelt. Der Kanton kümmert sich in der Regel um die Bewilligungen», sagt Biderbost. Vermittelt werden Teilnehmer unter anderem von der Gemeinnützigen Gesellschaft Zug (GGZ), dem kantonalen Sozialamt, den schulischen Brückenangeboten sowie den sozialen Diensten. Gerade für junge Migrantinnen und Migranten sei die Ausbildung zum Pflegehelfer oft ein guter Berufseinstieg. «Wir haben viele Teilnehmer, die so anfangen wollen und dann nach ihrem Abschluss noch eine Ausbildung zur Fachangestellten Gesundheit anhängen», sagt Biderbost. Die Ausbildung könne auch absolviert werden, wenn keine abgeschlossene Lehre vorliegt. Je nachdem, aus welchen Ländern die Teilnehmer kommen und was sie mitbringen, sei das für sie ein grosser Vorteil, führt die Leiterin Bildung weiter aus.

Die Ausbildung sei grundsätzlich offen für alle – also nicht nur für junge Interessenten, betont Biderbost. «Wir haben auch Personen im mittleren Alter, die vielleicht schon viele Jahre in der Schweiz leben und dann noch etwas anfangen möchten.»

19 Kurstage und ein 30-tägiges Praktikum

Der Lehrgang zum Pflegehelfer wird pro Jahr einmal durchgeführt. Der Start ist jeweils im Frühling. Insgesamt absolvieren die Schüler 19 Ausbildungstage sowie ein 30-tägiges Praktikum. Wer den Lehrgang absolvieren will, der muss – obwohl er an Fremdsprachige gerichtet ist – über Deutschkenntnisse des Ni­veaus B1 verfügen. Gemäss Definition verfügen Personen dann über eine selbstständige Sprachverwendung. Pro Lehrgang gibt es eine Klasse, in der maximal zehn Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Die Kosten betragen 2170 Franken. Wie allgemein im Pflegebereich zeigt sich auch hier das bekannte Verhältnis. Die Kurse werden deutlich häufiger von Frauen als von Männern besucht. Biderbost schätzt, dass im Schnitt von zehn Kursteilnehmern acht Frauen sind. Für den aktuellen Kurs, der im April startet, sind laut Biderbost schon alle Plätze besetzt. «Bei Personen, die uns von Institutionen zugewiesen werden, werden die Kurskosten in der Regel ganz oder teilweise übernommen», so Biderbost.

Die Erfahrungen der letzten fünf Jahre seien durchwegs positiv gewesen, sagt die Leiterin Bildung beim SRK Zug. «Wir haben sowohl von den Kursteilnehmern wie auch von den späteren Arbeitgebern gute Rückmeldungen erhalten.» Darum wolle man am System festhalten. Zwar bedauert Biderbost, dass das SRK Zug nicht von den Geldern aus dem Bundestopf für das Sesam-Projekt profitieren kann. Denn auch das SRK Zug könnte diese brauchen, wie sie versichert. «Aber unser System hat sich bewährt, und wir möchten darum auch daran festhalten.»

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

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