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KANTON: Funkloch soll bald verschwinden

Das System Polycom steht in Zug unter einem schlechten Stern. Nach langen Verzögerungen soll Ende Jahr das Netz für die Polizei und den Rettungsdienst realisiert sein – zu den budgetierten Kosten.
Charly Keiser
Wird bald zu einer Polycom-Antenne aufgerüstet: der Antennenmast auf dem Zugerberg. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Wird bald zu einer Polycom-Antenne aufgerüstet: der Antennenmast auf dem Zugerberg. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Wie steht es um das Polycom-Funksystem und dessen Kosten? Das wollten die Kantonsräte Florian Weber (FDP, Walchwil), Andreas Hürlimann (ALG, Steinhauen) und Philip C. Brunner (SVP, Zug) von der Zuger Regierung wissen.

Seit kurzem nun liegen die Antworten der Regierung auf die Interpellation der Kantonsräte vor. Das Teilnetz des Kantons Zug habe per 22. November 2015 wie vorgesehen in Betrieb ­genommen werden können, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort. «Lediglich die Inbetriebnahme des Antennenstandortes Neuheim konnte noch nicht abgeschlossen werden. Grund für diese Verzögerung war eine Einsprache gegen das Baugesuch für den ersten geplanten Standort der Antennenanlage.» Dieser Standort habe in der Folge verworfen und stattdessen ein Alternativstandort evaluiert werden müssen. «Die Suche nach dem neuen Standort, die Einreichung des Baugesuchs und die Erledigung einer dagegen erhobenen Einsprache verzögerten die Erteilung der Baubewilligung und damit die Realisierung der Antenne. Die Baubewilligung wurde mittlerweile rechtskräftig erteilt, sodass der Antennenstandort bis im Sommer gebaut und bis im Spätherbst 2017 technisch in das Polycom-Teilnetz des Kantons Zug integriert werden kann.» Der Projektumfang sei dann vollumfänglich realisiert. Der Projektabschluss erfolge voraussichtlich Ende 2017.

Erste technische Anpassungen erst ab 2015

Der Kantonsrat genehmigte im Jahr 2010 einen Bruttokredit von 19,8 Millionen Franken. Allerdings gab er vorerst «lediglich» 17 Millionen Franken frei. Den Restkredit von 2,2 Millionen Franken bedarf eines Beschlusses des Regierungsrats. Die bislang eingegangenen Verpflichtungen für die Realisierung des Projekts lägen bei rund 16,6 Millionen Franken, rapportiert die Regierung. Die Projektleitung rechne jedoch damit, dass bis zum Projektabschluss ein Teil des Restkredits von 2,2 Millionen Franken benötigt werde. «Der Regierungsrat hat daher im Oktober 2016 einen Teilkredit von 1,7 Millionen Franken freigegeben. Die restlichen 0,5 Millionen Franken sollen im Rahmen des Entlastungsprogramms 2015–2018 eingespart werden.»

Im Gegensatz zu andern Kantonen muss Zug weniger beziehungsweise später nachrüsten, ist den Antworten ausserdem zu entnehmen. «Das vom Kanton Zug errichtete Teilnetz Polycom ist technisch auf einem wesentlich neueren Stand als die ersten Teilnetze und kann wie vorgesehen ohne technische Anpassungen bis 2025 weiterbetrieben werden», schreibt nämlich der Regierungsrat weiter. «Von der vom VBS in Auftrag gegebenen Nachrüstung ist der Kanton Zug daher erst nach 2025 betroffen.»

Schon viele Organisationen nutzen das neue Netz

Das alte Funksystem «Astro» sei im Jahr 2016 zurückgebaut worden, informiert die Regierung zudem und zählt auf, wer heute schon das Sicherheitsfunknetz Polycom nutzt. Es sind dies die Zuger Polizei, die Kommandos der Gemeinde-, Betriebs- und Stützpunktfeuerwehren, der Atemschutz der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zug sowie das Amt für Feuerschutz und das Gesundheitswesen der Notorganisation, also der Rettungsdienst Zug, die Abteilung «Technische Dienste» der Notorganisation für den Strassenunterhalt, die Wasserwerke Zug, die Zugerland Verkehrsbetriebe, das Amt für Umweltschutz, der Zivilschutz, die elf Gemeinde-Führungsstäbe sowie der kantonale Führungsstab.

Der Kanton Zug hat bezüglich Polycom eine gewisse Vorgeschichte. So stiegen um die Jahrtausendwende die meisten Kantone in der Schweiz auf das Polycom-Funksystem um. Im Kanton Zug dauerte der Wechsel allerdings noch einiges länger. Dies, weil aus Angst um «ein Millioneninvestment in eine bereits alte Technologie» im Kantonsrat der politische Widerstand gross war. Erst im Mai 2012 gab der Rat grünes Licht für das Projekt. Eine weitere Verzögerung verursachte der Bund im Jahr 2014, weshalb Polycom im Kanton Zug erst Ende 2015 in Betrieb genommen werden konnte.

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