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KANTON: Getreideernte fällt äusserst mager aus

Kleine Mengen und schlechte Qualität: So sehen laut Ackerbauexperten die Erträge der Getreideernte aus. Die Gründe dafür liegen einige Wochen zurück.
Samantha Taylor
Aktuell wird der Weizen geerntet. Im Bild ein Feld in Steinhausen Bibersee. (Bild Werner Schelbert)

Aktuell wird der Weizen geerntet. Im Bild ein Feld in Steinhausen Bibersee. (Bild Werner Schelbert)

Samantha Taylor

Der Frühling war zu kalt und zu nass, so die simple Bilanz. Zwar liegen diese unschönen Wochen inzwischen schon ein Weilchen zurück, und der mehrheitlich heisse und trockene Juli hat dafür gesorgt, dass der miese Frühling etwas in Vergessenheit geraten ist. Dennoch sind die Folgen des kühlen Frühjahrs noch immer spürbar, vor allem in der Landwirtschaft. Aktuell zeigen sie sich bei der Getreideernte. «Die Erträge sind bisher nicht gut. Sie sind teilweise sogar so schlecht wie kaum je zuvor», sagt Raymund Gmünder, Prorektor am Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Schluechthof in Cham.

Feststellen lassen habe sich dies bisher beispielsweise bei der Gerste. «Die Ernte ist abgeschlossen. Die Erträge waren mager. Es konnten teilweise nur knapp 6 Tonnen pro Hektar geerntet werden. Normalerweise sind es 7 bis 8 Tonnen», führt Gmünder aus. Auch die Qualität des Korns – das sogenannte Hektolitergewicht, das die Fülle angibt – liege in diesem Jahr tiefer. «Normalerweise wiegen 100 Liter Gerste rund 65 Kilogramm. In diesem Jahr liegt der Wert im Schnitt wohl bei etwa 55 Kilogramm und teilweise sogar noch tiefer», führt Gmünder aus. Schuld daran ist einerseits der nasse Frühling. Andererseits hätte auch der Hagel Ende Mai und Anfang Juni noch einen grossen Teil der Erträge zerstört.

Wenig Nährstoffe

Aktuell werden Raps und Weizen geschnitten. «Auch hier sind die Ergebnisse enttäuschend», weiss Gmünder. Der Raps bringe im Schnitt rund 4 Tonnen pro Hektare. «Letztes Jahr waren es sogar noch etwas mehr», so der Prorektor des Schluechthofs. Heute ergebe die Ernte teilweise keine 3 Tonnen. «Der Boden war zu lange nass, sodass es ihm an Nährstoffen fehlte», erklärt Gmünder. Die Pflanze habe deshalb nicht richtig wachsen können. «Ausserdem ist das Risiko für Pilzkrankheiten damit stark angestiegen.»

Auch für den Weizen kann Raymund Gmünder keine besseren Prognosen stellen. «Ich rechne mit kleinen Erträgen und schlechter Qualität.» Gmünder geht ausserdem davon aus, dass zahlreiche Ären von sogenannten Fusarien, es handelt sich dabei um eine Pilzerkrankung, befallen sein könnten. Auch dies aufgrund der hohen Feuchtigkeit im Frühling. «Durch einen solchen Befall werden auch giftige Stoffwechselprodukte, sogenannte Mykotoxine, produziert», erklärt der Fachmann. Sei die Konzentration dieser Stoffe im Weizen zu hoch, dann werde dieser vom Backweizen zum Futterweizen abgestuft. Im schlimmsten Fall müsse er gar vernichtet werden. Noch nicht erntereif ist derzeit der Mais. Dieser sei jedoch eine ziemliche «Sorgenkultur». «Wenn man sich die Felder anschaut, dann sieht man, dass der enorm unter der Nässe und der Kälte gelitten hat», sagt Gmünder. Wie sich das Wetter auf die Erträge ausgewirkt hat, könne man erst im September und Oktober sagen, wenn geerntet werde.

Viel fürs Futter

Im Kanton Zug werden insgesamt 17 verschiedene Ackerkulturen auf rund 1372 Hektaren Land angebaut. Die grösste Anbaufläche verzeichnet dabei gemäss dem Landwirtschaftsamt des Kantons der Silo- und Grünmais mit rund 621 Hektaren, verteilt auf 169 Betriebe. An zweiter und dritter Stelle folgen der Winterweizen (rund 229 Hektaren auf 72 Betrieben) und die Wintergerste (135 Hektaren auf 64 Betrieben). Danach kommen der Winterraps, der Futterweizen und Triticale. Bei Letzterem handelt es sich um eine Kreuzung aus Weizen und Roggen. Dinkel wird auf gut 39 Hektaren von 18 Betrieben angebaut und Kartoffeln auf 17 Hektaren von 34 Betrieben. Die Hirse kommt im Kanton Zug mit einer Anbaufläche von 1,2 Hektaren auf einem Betrieb am seltensten vor.

Die Gerste, die im Kanton angebaut wird, wird laut Gmünder ausschliesslich für die Futterproduktion verwendet. Das gilt auch für den Grossteil des Maises. Der Raps dient der Speiseölgewinnung, und der Weizen wird teilweise zu Brotmehl und teilweise zu Futter verarbeitet.

André Wicki (links) und Claudius Berchtold begutachten den Mülibachgeschiebesammler. (Bild Charly Keiser)

André Wicki (links) und Claudius Berchtold begutachten den Mülibachgeschiebesammler. (Bild Charly Keiser)

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