KANTON: Laub beschäftigt die Werkhöfe

Die Werkhof­mitarbeiter im Kanton sind gefordert. Derzeit segeln wieder die Blätter zu Boden. Dabei ist auch der heisse Sommer noch zu spüren.

Merken
Drucken
Teilen
Philipp Nussbaumer vom Werkhof Zug hat derzeit viel zu tun. (Bild Stefan Kaiser)

Philipp Nussbaumer vom Werkhof Zug hat derzeit viel zu tun. (Bild Stefan Kaiser)

Nebel liegt wieder über Zug, die Temperaturen sinken, und die Bäume und Sträucher verfärben sich. Es ist nicht mehr zu leugnen: Der Sommer hat dem Herbst definitiv Platz gemacht.

Das bekommen auch die Mitarbeiter der Werkhöfe im Kanton zu spüren. Viele von ihnen sind dieser Tage wieder unterwegs, um den Boden von den Blättern zu befreien. «Das Lauben gehört zu den Herbstarbeiten, wie das Amen in der Kirche», sagt Urs Muff, der Werk- und Strassenmeister in Unterägeri. «Das Laub muss von Strassen und Spazierwegen genommen werden, damit die Abläufe der Strassenschächte nicht verstopft werden und keine Pilzkrankheiten aufkommen», erklärt er weiter. Auch in Oberägeri hat man diese Woche mit den Laubarbeiten angefangen. «Unser Putzwagen ist praktisch jeden Tag auf den Oberägerer Strassen unterwegs. Auch auf dem Friedhof und dem Schulgelände sind wir sicher einmal pro Woche mit den Laubbläsern im Einsatz», sagt der Leiter des Werkhofs Oberägeri, Roland Henggeler. In den letzten Tagen seien sehr viele Blätter von den Bäumen gefallen, erklärt er. «Wenn das Wetter windig und kalt ist, geht es nicht lange, und die trockenen Blätter fallen zu Boden.»

Rutschgefahr

Und dieses Jahr trockneten die Blätter früh. Bei einigen Pflanzen konnte man schon Ende Sommer erste Verfärbungen feststellen. Maurus Schönenberger, Geschäftsführer der Gartenbaufirma Schönenberger Söhne AG, erklärt wieso: «Wegen des heissen und trockenen Sommers, hatten die Bäume nicht genug Wasser zur Verfügung.» Die Verfärbung sei ein reiner Selbstschutz. «Wenn die Bäume ihre Blätter nicht mehr versorgen können, ohne selber zu vertrocknen, geben sie kein Wasser mehr an die Blätter weiter. Diese verlieren damit den Farbstoff Chlorophyll, der für die grüne Farbe sorgt», führt Schönenberger weiter aus. Zurück blieben die orangen und roten Restfarben, und das Blatt trockne mit der Zeit aus. «Als es dann kalt wurde, ging es darum nicht lange, und die Bäume fingen an, ihre Blätter zu verlieren.» Laut Urs Muff komme es aber dennoch, wie jeden Herbst, auf die Baumart an. «Je nach dem fällt das Laub zeitverschoben», erklärt er.

Dass das Laub immer möglichst rasch von den Strassen genommen wird, hängt nicht nur mit der Verstopfungsgefahr der Abflüsse zusammen: «Wenn das Laub nass ist, rutscht man schnell darauf aus. Darum müssen wir auch die Trottoirs laubfrei machen», sagt Henggeler.

Auch in der Stadt Zug achtet man darauf, dass man das Laub so schnell wie möglich von den Strassen kriegt, wie Nicole Nussberger, Departementssekretärin des Baudepartements sagt: «Der sich jährlich wiederholende Vorgang des Laubsammelns, gibt viel Arbeit. Damit das Laub so schnell wie möglich entfernt werden kann, werden zum Teil auch Leute von anderen Arbeiten für das Lauben zugezogen», so Nussberger weiter. In der Stadt seien jeden Tag Arbeiter im Einsatz. Diese sind zu Fuss oder mit Fahrzeugen unterwegs.

Leise Laubbläser

Für die Einsammlung des Laubes wird dabei auch ein Gerät verwendet, das immer wieder für Diskussionen sorgt: der Laubbläser. «In Wohngebieten setzten wir unsere fünf Elektrobläser ein. Diese verursachen viel weniger Lärm. Es gibt deswegen auch nur wenige Reklamationen», gibt Nussberger Auskunft. Auch beim Baarer Werkhof werden vorwiegend elektrische Bläser eingesetzt. Doch laut Samuel Müller, stellvertretender Leiter des Werkhofs Baar, haben diese je nachdem zu wenig Kraft. «Dann müssen wir trotzdem auf die lauteren Benzinbläser ausweichen.»

Vanessa Holenstein