KANTON: Notfall-Zentralen sollen besser zusammenarbeiten

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug hat bei der Notfallversorgung verschiedene Massnahmen eingeleitet, um ärgerliche Verzögerungen zu verhindern. So wurden die Zuweisung und die Koordination bei Notfällen optimiert.

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Soll im Notfall besser koordiniert werden: Die Notrufzentrale in Luzern (Symbolbild). (Bild: Archiv / Neue LZ)

Soll im Notfall besser koordiniert werden: Die Notrufzentrale in Luzern (Symbolbild). (Bild: Archiv / Neue LZ)

Aufgrund einer Beschwerde im Herbst 2012 über die Dienstleistung der Sanitätsnotrufzentrale 144 (SNZ 144) hatte Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann den Kantonsarzt beauftragt, Abklärungen vorzunehmen. Im Zuge der Überprüfungen hätten sich weitere unzufriedene Personen gemeldet, heisst es in der Mitteilung vom Montag.

Die Problemanalyse ergab, dass das Notfallwesen im Kanton Zug grundsätzlich gut funktioniert. Verbesserungsmöglichkeiten geortet wurden jedoch bei der Abfrage und insbesondere bei der Koordination zwischen der SNZ 144 in Luzern, Medphone, dem ärzteeigenen Callcenter für den ärztlichen Notfalldienst, und den diensthabenden Notfallärzten.

Bessere Koordination zwischen den Akteuren

Als unmittelbar spürbare Massnahme wurde eine direkte Durchschaltung von Anrufen an die SNZ 144, die keinen unmittelbaren Ambulanzeinsatz erfordern, an Medphone eingeführt. Damit muss die hilfesuchende Person nicht mehrfach telefonieren.

Umgekehrt kann Medphone ebenfalls direkt mit der SNZ 144 in Verbindung treten. Zudem wurde eine klare Unterscheidung der Zentralen von SNZ 144 und Medphone gegenüber den Anrufenden angestrebt. Damit können laut Gesundheitsdirektion Unsicherheiten und wiederholt aufgetretene Verwirrungen über das Aufgebot einer Ambulanz oder eines notdienstleistenden Arztes beseitigt werden.

Klar instruiert wurden auch die Notfallärzte. Sie melden künftig Patienten immer persönlich bei der SNZ 144 und im Spital an. Diese Aufgabe soll nicht den Hilfesuchenden übertragen werden.

Die Betreuung fremdsprachiger Anrufer sei sowohl bei der SNZ 144 als auch Medphone gewährleistet, heisst es in der Mitteilung. Bei Bedarf könne auf Dolmetscher anderer Einsatzzentralen zurückgegriffen werden.

Entwicklung laufend überprüfen

Die von einer Arbeitsgruppe angeregten und mittlerweile umgesetzten Massnahmen seien ein weiterer Schritt zur Sicherstellung einer starken Notfallversorgung, wird Gesundheitsdirektor Hürlimann zitiert. Entscheidend sei, dass die Lehren aus den Vorfällen im Herbst 2012 gezogen worden seien.

Es habe sich gezeigt, dass die Förderung der Vernetzung unter den Akteuren im Gesundheitswesen auch in der Notfallversorgung wichtig sei. Für eine Beurteilung der eingeleiteten Massnahmen sei es jedoch noch zu früh. Es gelte die weitere Entwicklung im Auge zu behalten.

sda