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KANTON: Sozialhilfequote: Bei Asylsuchenden ist Zug fast Schlusslicht

74,1 Prozent der Personen aus dem Asylbereich haben im Jahr 2016 Sozialhilfe bezogen. Zug liegt damit deutlich unter dem Schweizer Schnitt. Lediglich ein anderer Kanton aus der Zentralschweiz unterbietet diesen Wert.
Die Sozialhilfe-Quote des Kantons Zug liegt unter dem Schweizer und Zentralschweizer Schnitt. Bild: Pius Amrein (Luzern, 1. September 2016)

Die Sozialhilfe-Quote des Kantons Zug liegt unter dem Schweizer und Zentralschweizer Schnitt. Bild: Pius Amrein (Luzern, 1. September 2016)

Der Bund hat die Statistik 2016 zu den Sozialhilfebezügern in der Schweiz veröffentlicht. Darin enthalten sind laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) auch all jene Personen aus dem Flüchtlings- und Asylbereich, die Sozialhilfe beziehen. In Letzterem sind Asylsuchende mit einer Aufenthaltsbewilligung N sowie vorläufig Aufgenommene enthalten. Zu diesen veröffentlicht das ­Bundesamt erstmals Zahlen. Schweizweit bezogen 2016 55 504 Personen aus dem Asylbereich Sozialhilfe. Aus dem Flüchtlingsbereich waren es 25 544 Personen. Dies entspricht einem ­Anteil im Asylbereich von 88,4 Prozent und 85,8 Prozent bei den Flüchtlingen.

Die Zahlen sind in der Statistik des Bundes auch nach Kantonen aufgeschlüsselt. Bei den Flüchtlingen liegt der Kanton Zug im unteren Drittel und leicht unter dem Schweizer Schnitt. 423 Personen waren im Jahr 2016 auf ­Sozialhilfe angewiesen. Das sind 85,3 Prozent. Wie der Statistik weiter zu entnehmen ist, ist der Anteil gegenüber dem Jahr 2015 leicht gestiegen. Laut Angaben des BFS verzeichneten in der ganzen Schweiz im Jahr 2016 ­insgesamt 20 Kantone einen ­Anstieg der Quote. Lediglich in 6 Kantonen war ein Rückgang der Sozialhilfequote festzustellen. Die stärkste Zunahme gab es in den Kantonen Luzern, Basel- Stadt sowie Schwyz. Rückgänge gab es unter anderem in den Kantonen Thurgau und Glarus.

Fehlende Sprachkenntnisse sind Hindernis

Ein anderes Bild zeigt sich im Asylbereich. Dort ist Zug fast das Schlusslicht, zusammen mit Obwalden. 538 Personen in diesem Bereich waren 2016 in Zug auf ­Sozialhilfe angewiesen. Das ist ein Anteil von 74,1 Prozent. Im Spitzenreiterkanton Basel-Stadt waren es 94,9 Prozent, im Kanton Obwalden 60,8 Prozent. Als Gründe für die hohe Sozialhilfequote sowohl im Asyl- wie auch im Flüchtlingsbereich nennt das BFS fehlende Sprachkenntnisse, mangelnde Ausbildung und ein fehlendes Netzwerk.

Dass die Quote im Asylbereich in Zug eher tief ist, dafür gibt es laut Jris Bischof, Leiterin des kanto­nalen Sozialamtes, verschiedene Gründe. Zum einen liege es daran, dass die Erwerbsquote von Personen im Asylbereich mit Status N verhältnismässig gut sei. «Hinzu kommt der Abbau von bürokratischen Hürden, die die Regierung im Jahr 2000 beschlossen hat. Diese Strategie zahlt sich aus.» Zentral sei auch die vernetzte Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Gewerbe, Wirtschaft und Partnerorganisationen. «Wir haben alle wichtigen Akteure immer wieder an einen Tisch geholt und gemeinsam Strategien für die berufliche Integration entwickelt», führt Bischof weiter aus.

Dass der Wert bei den Flüchtlingen im Mittelfeld liege, hänge ­damit zusammen, dass diese, trotz guter Erwerbsquote, häufig im Niedriglohnsektor tätig und als Working Poor auf Sozialhilfe angewiesen seien. «Dies ist einer der Gründe, weshalb das Konzept für sprachliche und berufliche ­Integration von Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich überarbeitet wurde. Ziel ist, die Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich mit den kantonalen Partnern, dem Gewerbe und der Wirtschaft möglichst schnell und dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren.»

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

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