KANTON: Spaziergänger ärgern sich über Rossäpfel

Reklamationen wegen Pferdekot gehören für die Werkhofmitarbeiter zur Tagesordnung. Doch ihnen sind die Hände gebunden.

Samantha Taylor
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Reitstallbesitzer Thomas Ricken­bacher geht mit gutem Beispiel voran: Er und seine Chamer Kollegen räumen den Dreck selber weg. (Bild Stefan Kaiser)

Reitstallbesitzer Thomas Ricken­bacher geht mit gutem Beispiel voran: Er und seine Chamer Kollegen räumen den Dreck selber weg. (Bild Stefan Kaiser)

«Ich finde das eine Schweinerei.» Franz Schön nimmt kein Blatt vor den Mund. Der Baarer spaziert regelmässig auf dem Lorzenweg von Baar nach Zug. Vor kurzem sei es ihm wieder aufgefallen, berichtet er. «Mehrmals musste auf dem Weg eine Frau mit ihren Kindern und dem Kinderwagen dem Pferdemist ausweichen, der überall auf der Strasse herumliegt.» Vor kurzem habe er auf der besagten Strecke 24 Pferdehaufen gezählt. «Es wirkt so, als könnten sich Reiter einfach alles erlauben.» Dabei gäbe es entlang der Lorze einen separaten Reitweg.

Hundehalter müssen bald zahlen

Auch viele andere Leute stören sich an den Rossbollen. «Wir erhalten pro Woche mindestens eine Reklamation deswegen. Die meisten Klagen betreffen den Lorzenweg», sagt Eduard Zumbach, Werkmeister beim Werkhof Baar. Und auch in anderen Gemeinden wie etwa Steinhausen oder Zug kennt man das Problem mit den Haufen.

Doch den Werkmeistern sind die Hände gebunden. «Wir können mit den Reitern höchstens das Gespräch suchen», erklärt Eduard Zumbach. Denn das Liegenlassen sowohl von Pferdemist wie auch von Hundekot ist laut Zuger Gesetz nicht strafbar. Für die Hundehalter könnte sich dies aber bald ändern. «Der Regierungsrat ist daran, ein Hundegesetz für den Kanton zu entwerfen. Der Entwurf sieht vor, dass das Liegenlassen von Hundekot gebüsst werden kann», so Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden.