Kanton vertreibt Jugendliche weiterhin mit Hochfrequenzton

Seit drei Jahren wird ein Areal bei der Gewerbeschule in der Stadt Zug mit einer Soundanlage beschallt, um jugendliche Vandalen zu vertrieben. Eine Interpellation, welche dieses Vorgehen in Frage stellte, fand bei der Regierung und beim Kantonsrat kein Gehör.

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Die Beschallungsanlage wird weiterhin randalierende Jugendliche vom Pausenplatz des GIBZ fernhalten. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Beschallungsanlage wird weiterhin randalierende Jugendliche vom Pausenplatz des GIBZ fernhalten. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Seit über drei Jahren beschallt nachts ab 23 Uhr ein Hochfrequenzton einen Teil des Areals vom Gewerblich-industriellen Bildungszentrum Zug. Damit sollen Vandalenakte von Jugendlichen verhindert werden. In einer Interpellation kritisierte SP-Kantonsrat Markus Jans diese Anlage. Die Vertreibung sei keine nachhaltige Lösung. Ausserdem stellte der Interpellant Fragen nach der gesundheitlichen Gefahr.

Unterstützung erhielt Jans von der Fraktion der Alternativen - Die Grünen. Sie verlangte, die Anlage zu entfernen. Die Beschallung verletze Grundrechte und sei diskriminierend, da bestimmten Bevölkerungsgruppen pauschal der Zugang zu einem Areal erschwert werde.

Regierungsrat verteidigt Anlage

Der Regierungsrat rechtfertigte die Beschallung mit den hohen Sachschäden von jährlich 60'000 Franken, die durch Vandalenakte verursacht würden. Die Vandalen hätten das Gespräch verweigert, und Schulhausangestellte seien verbal bedroht worden. Nachdem das Gerät installiert worden sei, habe es keine Vandalenakte mehr gegeben.

SVP und FDP unterstützen die Regierung. Beide Parteien sprachen sich im Rat dafür aus, die Anlage beizubehalten. «Aussergewöhnliche Situationen rufen nach aussergewöhnlichen Lösungen», sagte ein Sprecher der SVP.

Der Ton hat eine Frequenz von 12,4 kHz und eine Lautstärke von 40 Dezibel. Da die Frequenzgrenze im Alter abnimmt, wird diese von Jugendlichen besser gehört als von älteren Personen. Der Ton sei zwar störend, aber gesundheitlich unbedenklich, hielt die Regierung fest.

sda