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KANTON: «Wer erwischt wird, ist zumeist stark betrunken»

Mehr als 0,5 Promille Alkohol am Steuer sind verboten. Am besten fährt man nüchtern. In den letzten Tagen sorgten alkoholisierte Autofahrer indes für Aufsehen. Zufall?
Wolfgang Holz
Zwei der spektakulären Unfälle, die jüngst im Kanton Zug durch Trunkenheit am Steuer verursacht wurden. (Bilder Zuger Polizei)

Zwei der spektakulären Unfälle, die jüngst im Kanton Zug durch Trunkenheit am Steuer verursacht wurden. (Bilder Zuger Polizei)

Wolfgang Holz

Ein Junglenker überschlägt sich mit dem Auto auf der Strasse und rennt davon. Ein anderer landet im Binnenkanal. Ein Dritter parkt seinen Porsche auf der Autobahn. Ein vierter Autofahrer wird von der Zuger Polizei am frühen Abend angehalten. Alle haben eines gemeinsam: Sie haben zu viel getrunken – zum Teil deutlich zu viel.

«Keine Zunahme»

«Von einer Zunahme an Alkoholsündern kann man nicht reden», versichert Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden. Aber es sei schon festzustellen: Wenn die Zuger Polizei Alkoholsünder erwische, dann seien es meistens solche, die stark betrunken seien. Also Fahrer, die deutlich mehr als die erlaubten 0,5 Promille Alkohol im Blut haben.

Bekanntlich wurde die erlaubte Alkoholgrenze 2005 von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt. «Durch diese Senkung sind die Unfälle anfangs spürbar zurückgegangen», so Schlatter. Mittlerweile hätten sich die Unfallzahlen eingependelt. «Bei den jungen Leuten ist heute völlig normal und akzeptiert, dass der Fahrer nichts trinkt», ergänzt Schlatter.

Bis zu 3,03 Promille

Fakt ist: Die Zuger Polizei hat 2014 bei ihren Kontrollen 158 alkoholisierte und 38 unter Drogen stehende Fahrzeuglenker aus dem Verkehr gezogen. Von den 158 Kontrollierten wiesen 11 einen Wert von über 2 Promille auf. Der höchste Wert lag sogar bei 2,58 Promille. Insgesamt hatten die Fahrer bei 40 Unfällen zuvor zu tief ins Glas geschaut. Das war auch 2013 nicht viel anders. Da ereigneten sich 37 Unfälle durch Alkohol am Steuer, 122 Betrunkene wurden aus dem Verkehr gezogen. Höchstwert: 2,97 Promille! Unglaublich.

«In der Fasnachtszeit und bei Firmenanlässen hat durchaus ein Umdenken stattgefunden. Viele Leute lassen ihren Wagen nach Alkoholkonsum stehen und nehmen ein Taxi nach Hause», macht Schlatter Hoffnung. Die Zeiten des Gruppenzwangs, doch ebenfalls mitzutrinken, seien glücklicherweise vorbei. Auch die überwiegende Mehrheit der älteren Automobilistinnen und Automobilisten sei sich der Promillegrenze bewusst. «Man überlegt sich im Voraus, wie man von einem Anlass wieder nach Hause kommt.» Aber es gebe offensichtlich Fahrer, die riskisierten einfach, so der Polizeisprecher, alkoholisiert zu fahren, und denen sei es scheinbar egal, erwischt zu werden.» Oder es gebe welche, die sich in einen Rausch trinken. Nicht zuletzt sind da solche Personen, die alkoholabhängig sind. 2009 erwischte die Zuger Polizei einen Mann mit sage und schreibe 3,03 Promille Alkohol – und eine Frau mit 2,87 Promille.

152 von 888 Führerausweisen weg

Astronomisch erscheinende Werte, wird einem doch schon ab 0,8 Promille am Steuer sofort der Führerausweis abgenommen. Wie lange der Führerausweis dann einbehalten wird, hängt auch vom Promillewert ab, wie Patrik Brunner, Bereichsleiter beim Zuger Strassenverkehrsamt, erläutert. «2014 wurden im Kanton Zug 152 von 888 Führerausweise wegen Fahren in angetrunkenem Zustand entzogen.» Der Anteil sei in den letzten Jahren eher gleichgeblieben. Brunner: «Die Mindestentzugsdauer bei erstmaligem Fahren in angetrunkenem Zustand mit 0,8 Promille oder mehr beträgt mindestens 3 Monate.» Bei einem Rückfall innert 5 Jahren blühen dem Alkoholsünder 12 Monate, ab 1,6 Promille der vorsorgliche Entzug auf unbestimmte Zeit.

Teure Bussen

Doch nicht nur der Führerausweis ist dann weg bei solchen Alkoholvergehen. Auto fahren im Rausch kann auch sehr teuer werden. Denn bereits bei Blutalkoholwerten von 0,5 bis 0,79 Promille erwartet den Alkoholsünder eine Busse von 700 Franken plus weitere Kosten in Höhe von 300 Franken. Ab 0,8 Promille wird es dann richtig teuer und ungemütlich. «Mindestens 800 Franken Busse werden fällig plus eine einkommensabhängige Geldstrafe ab 20 Tagessätzen», erklärt Polizeisprecher Marcel Schlatter. Wobei letztgenannte Geldstrafe bei Ersttätern bedingt ausgesprochen wird, sprich: unter Ansetzen einer Probezeit. «Die Tagessätze erhöhen sich mit steigenden Werten: 2 Promille haben zum Beispiel 100 Tagessätze zur Folge inklusive der Kosten in Höhe von rund 800 bis 900 Franken», erklärt Schlatter. «Eine vermeintlich teure Taxifahrt kann sich so im Nachhinein wirklich als ein echtes Schnäppchen erweisen.»

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