KANTON ZUG: 547 Abtreibungen in fünf Jahren

Zwischen 2008 und 2013 sind im Kanton Zug 547 Schwangerschaften abgebrochen worden. 436 oder rund 80 Prozent der Eingriffe erfolgten im Kantonsspital, wie der Zuger Regierungsrat in der am Dienstag publizierten Antwort auf eine SVP-Interpellation schreibt.

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Eine junge Frau mit einer Bettflasche nach einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch. (Symbolbild) (Bild: Gestellte Szene: Keystone)

Eine junge Frau mit einer Bettflasche nach einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch. (Symbolbild) (Bild: Gestellte Szene: Keystone)

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Zuger Kantonsspital bewegte sich in den vergangenen fünf Jahren zwischen einem Tiefstwert von 51 im Jahr 2010 und einem Höchstwert von 128 im Jahr 2009. Im vergangenen Jahr wurden 85 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Abgetrieben wird im Kantonsspital sowohl medikamentös als auch operativ.

Von den Arztpraxen wurden zwischen 2008 und 2013 insgesamt 105 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. In der Andreasklinik in Cham gab es seit 2010 keine derartigen Eingriffe mehr. Einzig 2009 wurden vier Abtreibungen vorgenommen.

Der überwiegende Teil der Schwangerschaftsabbrüche im Kanton Zug werden innerhalb der ersten 12 Wochen nach Beginn der letzten Periode vorgenommen. Lediglich in 13 Fällen erfolgte der Abbruch nach der 12. Schwangerschaftswoche.

Wie aus der Antwort des Regierungsrates weiter zu entnehmen ist, werden im Kantonsspital grundsätzlich keine Medizinalpersonen zur Mitwirkung bei Schwangerschaftsabbrüchen gezwungen. Davon ausgenommen seien einzig Schwangerschaftsabbrüche, die zur Rettung des akut bedrohten Lebens der schwangeren Frau notfallmässig durchgeführt werden müssen. Solche Abbrüche seien jedoch äusserst selten.

sda