Kanton Zug
950 Tonnen Salz gegen Schnee und Eis wurden in diesem Winter bereits gestreut

Der heftige Schneefall und die eisigen Temperaturen bringen Herausforderungen für den Winterdienst – reicht der Vorrat an Streusalz aus?

Sina Engl
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Der Zuger Werkdienst hat mit der Schneeräumung alle Hände voll zu tun. Rene Müller verschiebt das Salz des Lagers in den Behälter des Gebläses, welches das Salz ins Silo bläst, der die Lastwagen füllt.

Der Zuger Werkdienst hat mit der Schneeräumung alle Hände voll zu tun. Rene Müller verschiebt das Salz des Lagers in den Behälter des Gebläses, welches das Salz ins Silo bläst, der die Lastwagen füllt.

Bild: Christian H. Hildebrand (Cham, 18. Januar 2021)

Die Wintermonate 2020/21 bringen eisige Temperaturen und so haufenweise Schnee und Eis auf unsere Strassen. Die zuständigen Winterdienste sind an Tagen mit anhaltendem Schneefall Tag und Nacht damit beschäftigt, Strassen und Gehwege zu räumen. Gegen Schnee und Eis wird massiv Salz ausgebracht, doch reichen im Kanton Zug die Reserven auch für hartnäckige Wintertage? Baudirektor Florian Weber kann diese Frage mit «Ja» beantworten. «Die Lagerkapazität der Werkhöfe Steinhausen und Nidfuren beträgt gesamthaft 2100 Tonnen», so Weber. «Bis anhin wurden im Winter 2020/21 950 Tonnen Salz gestreut. Damit verfügt der Kanton Zug über genügend Salz-Reserven». Ausserdem sei es auch im Winter möglich, Salz bei den Schweizer Salinen einzukaufen.

Rund um die Uhr im Räumungseinsatz

Dennoch sind Tage mit heftigem Schneefall, wie wir sie zum Beispiel in der letzten Woche beobachtet haben, eine Herausforderung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Winterdienstes. «Bei länger andauerndem Schneefall arbeiten die beauftragten Winterdienst-Unternehmungen und der kantonale Strassenunterhaltsdienst rund um die Uhr im Zweischichtbetrieb», berichtet der Baudirektor.

«Dies ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr belastend und führt zu grossen Präsenzzeiten.»

Im Durchschnitt werden auf den Zuger Kantonsstrassen 1300 Tonnen Salz pro Jahr gestreut. Im Jahr 2020 sei die gestreute Salzmenge mit 800 Tonnen unterdurchschnittlich gewesen, so Florian Weber. Wie sich der Verbrauch von Salz im laufenden Jahr entwickelt, sei nicht abschätzbar. «Entscheidend ist, wie lange die winterlichen Verhältnisse andauern, beziehungsweise wie lange während des Winters Salz ausgebracht werden muss», erklärt Baudirektor Weber.

Steigende Nachfrage nach Streusalz

Auch im Gewerbe ist eine Auswirkung der winterlichen Verhältnisse spürbar. Geschäftsführer der Landi Filiale in Hünenberg, Markus Zürcher, spricht von einem extremen Nachfrageanstieg an Streusalz. «Wir verkaufen dieses Jahr definitiv mehr Streusalz als in den letzten Jahren», berichtet er. «Letztes und vorletztes Jahr hatten wir ja kaum einen Winter». Insbesondere die letzte Woche habe zu einem rekordartigen Nachfrageanstieg geführt. «Wir haben nach letztem Donnerstag innerhalb von drei Tagen 170 Tonnen Streusalz verkauft», so Zürcher. Den überdurchschnittlichen Bedarf an Streusalz habe die Landi Hünenberg noch gut aus ihrem Vorrat decken können, nun aber sei eine Nachbestellung von Streusalz unausweichlich gewesen.