Kanton Zug

Das kollektive Gedächtnis der Zuger Gemeindeverwaltungen gibt es seit 10 Jahren

Dieses Jahr feiert der Zuger Gemeindearchivverbund sein Jubiläum. Archive sorgen für transparente Nachvollziehbarkeit und sie sind die erste Anlaufstelle für die Geschichtsforschung.

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(haz) Im Jahr 2010 haben die sechs Einwohnergemeinden Baar, Cham, Hünenberg, Menzingen, Neuheim und Risch mit dem Zuger Staatsarchiv einen Zusammenarbeitsvertrag zur Betreuung ihrer Gemeindearchive abgeschlossen.

Luftbild mit den Quartieren Büel und Oberdorf in Baar mit Langgasse und der damals noch direkt am Büelplatz abzweigenden Ägeristrasse, im Hintergrund links die Obermüli, rechts die Brauerei Baar, undatiert (1962–1965).

Luftbild mit den Quartieren Büel und Oberdorf in Baar mit Langgasse und der damals noch direkt am Büelplatz abzweigenden Ägeristrasse, im Hintergrund links die Obermüli, rechts die Brauerei Baar, undatiert (1962–1965).

Bild: Einwohnergemeinde-archiv Baar

Die Grundidee: Das Staatsarchiv stellt den Gemeinden Fachpersonal zur Verfügung, das sich vor Ort um die Überlieferungsbildung in der Verwaltung, die Erschliessung des Archivguts, die Sicherstellung der fachgerechten Lagerung sowie um die Beantwortung von verwaltungsinternen und -externen Anfragen kümmert. Die Gemeinden finanzieren dieses Personal gemäss dem gewählten Pensum. Dank der Verbundlösung profitieren sie von Synergieeffekten und vom Informationsaustausch. Das Zuger Archivgesetz von 2004 sieht laut Medienmitteilung des Staatsarchivs solche Zusammenarbeitsmodelle explizit vor und die überschaubare Grösse des Kantons garantiert zudem eine schlanke und flexible Organisation – auch bei der Erweiterung des Verbunds.

Schloss und Halbinsel St.Andreas, im Vordergrund die Parkanlage Hirsgarten mit der Badeanstalt am Zugersee, 1937.

Schloss und Halbinsel St.Andreas, im Vordergrund die Parkanlage Hirsgarten mit der Badeanstalt am Zugersee, 1937.

Bild: Einwohnergemeinde-archiv Cham

Verbund ist stetig gewachsen

Tatsächlich ist der Gemeindearchivverbund in den letzten Jahren gewachsen und umfasst inzwischen auch neun katholische Kirchgemeinden und die Einwohnergemeinde Oberägeri. Im Frühling folgen Steinhausen und Unterägeri, sodass bald neun Einwohnergemeinden im Verbund vertreten sind. Er steht selbstverständlich grundsätzlich sämtlichen vier Zuger Gemeindetypen, insbesondere auch der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Zug, den Korporationen und den Bürgergemeinden, offen.

Mit grossem Elan starten die sechs Gemeindearchivare in ihre zweite Dekade. Neben der Weiterführung der bisherigen Aufgaben steht vor allem der Aufbau der digitalen Langzeitarchivierung im Fokus. Die Herausforderung der 2020er-Jahre besteht in der Entwicklung von nachhaltigen Archivierungsstrategien im digitalen Bereich, da die Digitalisierung auch in den Gemeindeverwaltungen zügig voranschreitet. Die Archive sind hier gefordert, damit dereinst auch künftige Generationen auf die heute in den Verwaltungen produzierten elektronischen Dokumente zurückgreifen und heutige Entscheide nachvollziehen können.

Fasnachtswagen in den 1950er-Jahren in Neuheim mit dem Schriftzug «Ost-West», das Sujet beschäftigt sich mutmasslich mit dem Ost-West-Konflikt, dem «Kalten Krieg», dargestellt u.a. auch Josef Stalin (1878–1953), undatiert (um 1955).

Fasnachtswagen in den 1950er-Jahren in Neuheim mit dem Schriftzug «Ost-West», das Sujet beschäftigt sich mutmasslich mit dem Ost-West-Konflikt, dem «Kalten Krieg», dargestellt u.a. auch Josef Stalin (1878–1953), undatiert (um 1955).

Bild: Einwohnergemeinde-archiv Neuheim

Ab 2023 soll die Archivierung kommunaler Daten im digitalen Langzeitspeicher des Staatsarchivs möglich sein. Auch hier wird gemäss Mitteilung eine enge Zusammenarbeit gelebt und die beteiligten Einwohnergemeinden engagieren sich aktiv an der entsprechenden Grundlagenstudie: Ziel ist die Prüfung von zukünftigen Zusammenarbeitsformen im Archivbereich und die Klärung verschiedener technischer, organisatorischer und rechtlicher Fragen. Aufgrund der guten und vertrauensvollen Kooperation ist das Staatsarchiv laut Medienmitteilung überzeugt, dass der Verbund auch weiter für alle Beteiligten ein Gewinn sein wird.