Kanton Zug
Der Kanton weist einen haushalterischen Umgang mit seinen Kiesreserven aus

Im Kanton Zug wurden im vergangenen Jahr 215’000 Kubikmeter Kies abgebaut – so wenig wie noch nie. Die im Richtplan gesicherten Reserven reichen noch für rund zehn Jahre.

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Die Baudirektion hat den neuesten Jahresbericht über den Kiesabbau im Kanton Zug herausgegeben. Das Amt für Raum und Verkehr erhebt jährlich Daten bei Kiesabbaufirmen und Bauunternehmungen in der Region. Der Bericht dient als Grundlage für die Steuerung der Versorgung mit Baustoffen.

Ansicht der Kiesgrube im Äbnetwald bei Niederwil / Cham

Ansicht der Kiesgrube im Äbnetwald bei Niederwil / Cham

Bild: PD

Im Jahr 2021 bauten die Kieswerke rund 215’000 Kubikmeter Kies in den Zuger Abbaustellen ab, wie dem Bericht der Baudirektion zu entnehmen ist. Die Abbaumenge war seit Beginn der Datenerfassung noch nie auf so tiefem Niveau, merkt die Direktion dazu an. Der mehrjährige Durchschnitt beträgt 443’000 Kubikmeter. Der Kiesumsatz im Kanton Zug belief sich im vergangenen Jahr auf 509’000 Kubikmeter. Der Import von Kies in den Kanton Zug betrug im Jahr 2021 rund 50 Prozent des gesamten Kiesumsatzes. Der Anteil der Exporte am Kiesumsatz belief sich auf 26 Prozent des Kiesumsatzes. Daraus resultiert wie schon in den drei Vorjahren ein Importüberschuss.

Hoher Anteil an Ersatzstoffen

Es zeigte sich auch, dass im Kanton Zug Kies häufig durch andere Produkte substituiert wird. Solche Ersatzstoffe entstehen nach der Verwertung und Aufbereitung von mineralischen Bauabfällen (RC-Material). Der Absatz dieser Baustoffe lag im Berichtsjahr bei 184’000 Kubikmeter oder zirka 24 Prozent des Gesamtumsatzes, womit der prozentuale Anteil von RC-Material den im Richtplan definierten Zielbereich übertrifft. Dies sowohl gemäss Richtplan 2008 als auch gemäss Richtplan 2020.

Auch die Verwendung von Aushubmaterial für Hinterfüllungen spart Kies, heisst es in der Publikation. Die Menge des für Hinterfüllungen verwendeten Aushubmaterials lag im vergangenen Jahr bei 86’000 Kubikmeter, womit im Berichtsjahr rund 35 Prozent des Gesamtumsatzes aus Sekundärbaustoffen stammten. Im letzten Jahr wurde zudem 566’000 Kubikmeter offenes Kiesgrubenvolumen mit unverschmutztem Aushub aufgefüllt und rekultiviert.

Gemäss Angaben der Kieswerke standen per Ende 2021 in den Kiesgruben grundsätzlich noch rund 6,3 Millionen Kubikmeter freies Auffüllvolumen zur Verfügung. Aus betrieblichen Gründen steht aber jeweils nur ein Teil dieses Volumens kurzfristig für die Ab­lagerung von Aushubmaterial bereit. Ende 2021 wurde das effektiv verfügbare Leervolumen für die Jahre 2022 bis 2025 mit je zirka 550’000 bis 600’000 Kubikmeter beziffert.

Erfreuliche Aussichten

Im Hinblick auf den haushälterischen Umgang mit den Kiesvorkommen im Kanton Zug sind die Erhebungen sehr erfreulich. Der Kiesabbau im Kanton Zug ist gedrosselt. Der Anteil an RC-Baustoffen am Gesamtumsatz hat zuletzt stark zugenommen und liegt derzeit gar über der vom Richtplan angestrebten Steigerung. (fae)

Der vollständige Bericht kann im Internet unter www.zg.ch/arv unter der Rubrik «Publikationen» heruntergeladen oder beim Amt für Raum und Verkehr bezogen werden