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KANTON ZUG: Die dornigen Brombeerbüsche sind kaum zu bändigen

Am Veloweg zwischen Zug und Baar wuchert ein Brombeerenstrauch. Nicht nur hier bereitet die Pflanze Probleme.
Den Zaun, der sie eigentlich vom Veloweg fernhalten sollte, hat diese Brombeerstaude längst überwunden. (Bild Stefan Kaiser)

Den Zaun, der sie eigentlich vom Veloweg fernhalten sollte, hat diese Brombeerstaude längst überwunden. (Bild Stefan Kaiser)

Gut schmecken sie, die tiefschwarzen Brombeeren, die in den letzten Wochen in grossen Mengen gepflückt werden konnten. Doch die dornigen Büsche, an denen die Früchte wachsen, wuchern und sind zäh. Sie wachsen in vielen Zuger Wäldern. Und auch in den Siedlungsgebieten machen sie sich breit. Beispielsweise entlang von Bahngeleisen. Ein solcher Brombeerenbusch wuchert etwa am Veloweg von Zug Richtung Baar auf Höhe der Feldstrasse. Den Zaun, der den Veloweg von den Gleisen trennt, hat der Dornenbusch bereits so vereinnahmt, dass er nicht mehr zu sehen ist. Und die Brombeere wächst weiter: Dornige Ausläufer ragen in die asphaltierte Fläche hinaus auf der Suche nach Erde, wo die Zweige Wurzeln schlagen können (siehe Box).

Am besten ausgraben

Ob die Brombeeren dieses Jahr stärker wuchern als in andere Jahren, sei schwierig zu sagen, betont Claudius Berchtold, Projektleiter Öffentliche Anlagen der Stadt Zug. Schliesslich werde die Grösse der Brombeersträuche nicht gemessen. Laut Jörg Schürmann, Leiter Unterhalt beim Oberwiler Unternehmen Gartenbau Schönenberger, seien wuchernde Brombeeren aber ein alltägliches Problem im Siedlungsgebiet. «Vögel verschleppen die Samen in die Gärten», erklärt er. Und dort machen sich die wuchernden Pflanzen schnell breit. Haben sie einmal ihren Platz erobert, sind sie hartnäckig. «Am besten gräbt man die Brombeere mitsamt der Wurzel aus», erklärt Schürmann. «Aber auch so wird man kaum alles erwischen.» Will heissen: Eindämmen kann man die Pflanze auf diese Weise gut. Ob man sie ganz aus dem Garten verbannen kann, ist aber nicht sicher. Gewiss aber ist, dass es Geduld braucht, um wuchernde Brombeeren loszuwerden. Schürmann: «Zwei bis drei Jahre dauert es schon, bis man sie aus dem Garten hat.» Nützt die mechanische Variante nichts, bleibt nur der Griff zur Chemie.

Fremde Art dringt vor

Nicht immer sind Brombeeren aber ungern gesehene Gäste in den Gärten. Wegen ihrer Früchte werden ortsfremde, gezüchtete Brombeeren gerne angepflanzt. Diese fremden Arten machen wiederum dem Forst zu schaffen. Sie vermischen sich mit einheimischen Arten. Brombeeren werden im Wald vor allem für den Jungwuchs zum Problem, wie Walter W. Andermatt, Präsident des Waldwirtschaftsverbands Zug, sagt. An lichten Stellen im Wald – entstanden beispielsweise durch Sturmschäden oder Baumkrankheiten – können sich Brombeeren rasch ausbreiten. Jungen Bäumen nehmen sie das Licht und die Nährstoffe weg. In der Schweiz breitet sich auch die Armenische Brombeere immer weiter aus. Diese invasive Art verdrängt einheimische Brombeersorten. Im Kanton Zug scheint sie aber kaum auf dem Vormarsch zu sein. Den Förstern und Gärtnern bereiten andere Neophyten wie der Japanische Knöterich jedenfalls weit grössere Sorgen.

Brombeeren legen Bahnhof lahm

Zurück zum wuchernden Brombeerbusch am Veloweg zwischen Zug und Baar: Für dessen Eindämmung sind die SBB zuständig, wächst der Strauch doch auf deren Land. Laut Mediensprecher Reto Schärli pflegen die SBB die Böschungen entlang der Bahnlinien regelmässig. «Um einen sicheren und möglichst störungsfreien Bahnverkehr zu gewährleisten», wie er betont. Nur wenn das Unkraut bekämpft werde, seien die Gleise frei und die Signale sichtbar. Von Anfang Juni bis Mitte Oktober seien die Böschungsteams der SBB gebündelt nach Strecken in der ganzen Schweiz unterwegs. Die Arbeiten erfolgten während der Nacht – mit mechanischen Mitteln. «Herbizide werden mit äusserster Zurückhaltung eingesetzt», erklärt Schärli. In der Region Zug waren die SBB-Teams vor allem im Juni und Juli unterwegs. Den wuchernden Brombeerenstrauch haben sie vielleicht übersehen, weil er sich am Schleife-Gleis befindet, das von den Linienzügen nicht und auch sonst kaum befahren wird. Wie wichtig die Bekämpfung der wuchernden Pflanzenwelt ist, hat ein Vorfall vor drei Jahren gezeigt. Damals legte ein Brombeerstrauch den Zürcher Hauptbahnhof lahm. Triebe des wuchernden Buschs hatten in einem Unterwerk einen Kurzschluss ausgelöst. Knapp zwei Stunden lang lagen die meisten Geschäfte im Dunkeln.

Silvan Meier

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