KANTON ZUG: Fehler in jedem zehnten Stundenplan entdeckt

Jeder zehnte Stundenplan weicht im Kanton Zug von der vom Bildungsrat erlassenen Stundentafel ab. Dies hat die Überprüfung von 169 Stundenplänen von öffentlichen und privaten Schulen ergeben.

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Im Schuljahr 2015/16 überprüfte die Schulaufsicht des Kantons Zug die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und kantonalen Vorgaben in den gemeindlichen und privaten Schulen. (Bild: Gaetan Bally / Keystone)

Im Schuljahr 2015/16 überprüfte die Schulaufsicht des Kantons Zug die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und kantonalen Vorgaben in den gemeindlichen und privaten Schulen. (Bild: Gaetan Bally / Keystone)

Die kantonale Schulaufsicht des Kantons Zug zieht dennoch grundsätzlich eine positive Bilanz: "90 Prozent aller Stundenpläne wurden korrekt erstellt", heisst es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch.

Zudem werden auf das kommende Schuljahr 2016/2017 alle beanstandeten Lektionentafeln bereinigt sein. "Viele kontaktierte Leitungspersonen haben unmittelbar korrigierend eingegriffen", wird Markus Kunz, Leiter der Abteilung Schulaufsicht, in der Mitteilung zitiert.

In einzelnen Gemeinden muss gemäss Mitteilung aber geprüft werden, weshalb "das gemeindliche Kontrollverfahren bezüglich der Stundenpläne seine Wirksamkeit teilweise nicht entfaltet hat".

Fehlende Förderung, falsche Fächerdotationen

Die Schulaufsicht kontrollierte insgesamt 110 Stundenpläne der gemeindlichen Schulen in den elf Zuger Gemeinden. In vier Gemeinden gab es "wesentliche Abweichungen" von den bildungsrätlichen Vorgaben.

An einzelnen Schulen wurden deutliche Unterschreitungen des Pflichtpensums von 25 bis 90 Minuten, fehlende "individuelle Förderung", nicht eingehaltene Blockzeiten oder falsche Fächerdotationen festgestellt.

An den Privatschulen wurden die vorgegebenen Pflichtpensen kaum unterschritten. Im Gegenteil: Die Überprüfung zeigte auf, dass viele Privatschulen "ein deutlich höheres Pflichtpensum für ihre Schülerinnen und Schüler festlegen als die öffentlichen Schulen".

Von den 59 kontrollierten Stundenplänen der 14 Privatschulen wurden deshalb nur zwei wegen zu wenig Lektionen als nicht mehr tolerierbar eingestuft.

Die kantonale Schulaufsicht war bis im vergangenem Jahr nur aktiv geworden, wenn sie von Aussen auf Mängel aufmerksam gemacht wurde. Seit dem laufenden Schuljahr prüft sie nun "kontinuierlich und offensiv-systematisch", ob kantonale Vorgaben eingehalten werden. Dieser Wechsel steht laut Regierungsrat Stephan Schleiss für "bessere Steuerung durch aktive Kontrolle".

(sda)