KANTON ZUG: Hier gingen die Blitze am häufigsten nieder

Sie gehören bei uns zum Sommer wie Glaces und Baden: Gewitter. Ihre Blitze faszinieren nicht nur – sie werden auch erfasst. 200 Mal hat im vergangenen Jahr einer von ihnen eingeschlagen.

Zoe Gwerder
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Dieser Blitz ging vergangenen September in der Region Rotkreuz nieder. (Bild: PD/Dennis Roth)

Dieser Blitz ging vergangenen September in der Region Rotkreuz nieder. (Bild: PD/Dennis Roth)

Sie fegen derzeit fast täglich über uns hinweg: Gewitter mit Blitz und Donner. Die Sommermonate Juni, Juli und August sind denn auch die gewitterreichsten Monate des Jahres. Und dieses Jahr könnte ein Rekordjahr werden. So hat die Messstation Cham bereits Ende Juli 19 Gewittertage verzeichnet. Das ist jetzt schon ein Tag mehr als im ganzen vergangenen Jahr. Als Gewittertag zählt, sobald es mindestens einmal geblitzt hat.

Im vergangenen Jahr blitzte es 440 Mal im beziehungsweise über dem Kanton Zug, wie die Zahlen von Meteo Schweiz zeigen. Davon wurden exakt 200 Einschläge registriert – sprich Blitze, die sich zwischen Boden und Wolken entladen haben. Diese Daten stammen vom Blitz-Informationsdienst der Siemens (siehe Grafik). Von den Blitzeinschlägen besonders betroffen waren im Kanton Zug im vergangenen Jahr hauptsächlich die Region bei der Autobahnausfahrt Rotkreuz, jene rund um den Steinhauserwald, das Gebiet Choller/Alpenblick sowie auch jenes beim Ägeriried – dort jedoch eher auf der anderen Seite der Kantonsgrenze.

Wenig Schäden, aber streikende Geräte

Wo genau die Blitze jeweils eingeschlagen haben, ist nicht klar. Naheliegend sind Hochspannungsleitungen, wie es sie in den betroffenen Gebieten beim Steinhauserwald oder in Rotkreuz gibt, oder hohe Gebäude wie die Hochhäuser beim Alpenblick oder das Hochhaus des Pharmaunternehmens Roche Diagnostics International in Rotkreuz.

Dort ist Alois Heggli verantwortlich für den Betrieb der Gebäudetechnik. Selber habe er noch nie erlebt, dass der Blitz in den 65 Meter hohen Roche-Tower eingeschlagen hat. «Meist treffen die Blitze eher die Strom­leitungen in der Gegend», erklärt er. Dies merken er und seine Mitarbeiter an der Gebäudeautomation. «Die Steuerungen funktionierten dann plötzlich nicht mehr.» Normalerweise reiche es jedoch, die Geräte zurückzusetzen und neu zu starten. «Schäden durch solche Blitzeinschläge gibt es selten», so Heggli.

Im Gebiet um den Steinhauserwald ist die Häufung der Blitzeinschläge 2016 wohl auch kein Zufall. Wie bei der Korporation Blickensdorf zu erfahren ist, hat auch in diesem Jahr der Blitz bereits zweimal Schäden an Einrichtungen verursacht: Im Juni war eine Wasserpumpstation in der Bannebene betroffen – die Pumpstation musste darauf ersetzt werden. Zwei Wochen später schlug der Blitz in ein Reservoir im benachbarten Schönbühlwald ein. Gemäss der Gebäudeversicherung des Kantons Zug verursachten Blitze im vergangenen Jahr einen Schaden von 61 000 Franken – ein Rekordtief im Vergleich der letzten zehn Jahre.

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Hinweis: Informationen zum Verhalten bei Blitzen »

Hier schlugen die Blitze im Kanton Zug ein. (Bild: Quelle: Blitz-Informationsdienst von Siemens 2017; Grafik: Lea Siegwart)

Hier schlugen die Blitze im Kanton Zug ein. (Bild: Quelle: Blitz-Informationsdienst von Siemens 2017; Grafik: Lea Siegwart)