KANTON ZUG: Kampf um günstigen Wohnraum

Die Verteilung der Asylbewerber wird nach einem speziellen Schlüssel vorgenommen. Kritiker sprechen von Willkür und Konkurrenz für Einheimische.

Freddy Trütsch
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«Eine exakte Verteilung ist nicht realistisch.» Manuela Weichelt, Direktorin des Innern. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

«Eine exakte Verteilung ist nicht realistisch.» Manuela Weichelt, Direktorin des Innern. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Seit Jahren steht die Unterbringung von Asylsuchenden in den Zuger Gemeinden im Fokus. Für SVP-Kantonsrat Thomas Werner (Unterägeri) ein leidiges Thema. «Ich stelle fest, dass die Regierung des Kantons – aus welchen Gründen auch immer – nicht in der Lage ist, die Asylanten auch nur einigermassen fair auf die verschiedenen Gemeinden zu verteilen.» Unterägeri beherberge massiv zu viele (119 statt 45 wie nach Verteilschlüssel); Walchwil (4 statt 20) und Neuheim (0 statt 11) viel zu wenige. Das sei keine Verteilung nach einem Schlüssel, kritisierte Werner anlässlich der Beantwortung seiner Interpellation im Zuger Kantonsrat.

«Die Umsetzung einer exakten einwohnerproportionalen Verteilung ist nicht realistisch», betont Manuela Weichelt, Direktorin des Innern. Allein die Tatsache, dass sich die Zuger Durchgangsstation in der Gemeinde Steinhausen befinde, vereitle ein solches Bestreben. Weiter verwies die Regierungsrätin auf die spezielle Struktur des Zuger Liegenschaftsmarkt. «Wir finden vor allem im Ägerital geeignete Mietobjekte», denn für die Unterbringung komme lediglich günstiger Wohnraum in Frage. Manuela Weichelt: «Der Kanton bezahlt marktübliche Preise.»

Einheimische benachteiligt?

Ein Fakt, der Thomas Werner überhaupt nicht passt. Denn: Gerade im tiefen Preissegment würden die Wohnungen im Kanton immer rarer, sodass Einheimische wegziehen müssten, weil sie zum Beispiel im Ägerital keine bezahlbare Wohnung mehr finden würden.

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