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KANTON ZUG: Kinderbetreuung und die Krux mit den Schulferien

In einer Woche beginnen in den Schulen des Kantons Zug die Ferien. Wer sein Kind in dieser Zeit aber nicht selber betreuen kann, steht in jeder zweiten Gemeinde vor einer Herausforderung.
Zoe Gwerder
Das Angebot an Kinderbetreuung ist in den vergangenen Jahren sowohl in der ganzen Schweiz wie auch im Kanton Zug deutlich ausgebaut worden. (Archivbild Stefan Kaiser)

Das Angebot an Kinderbetreuung ist in den vergangenen Jahren sowohl in der ganzen Schweiz wie auch im Kanton Zug deutlich ausgebaut worden. (Archivbild Stefan Kaiser)

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Die Ferienbetreuung ist im Kanton Zug zu einem grossen Teil Sache der Gemeinden. Auf den ersten Blick ist für Familien, bei welchen beide Elternteile arbeiten, die Stadt Zug am komfortabelsten. Von den 14 Wochen Schul­ferien gibt es für 10 Wochen ein Betreuungsangebot für Kinder ab dem Kindergarten bis zum Ende der Primarschule – ein sehr günstiges Angebot: Eine gesamte Woche kostet 125 Franken, inklusive Betreuung und Verpflegung. Die Kinder müssen jedoch mindestens vier von fünf Tagen anwesend sein, und das Angebot gilt nur für jene Mädchen und Buben, die auch während der Schulzeit die schulergänzende Freizeit­betreuung besuchen oder auf deren Warteliste stehen.

Trotzdem ist das städtische Angebot so beliebt, dass die Ferienbetreuung häufig ausgebucht ist. «Wir führen meistens eine Warteliste», sagt Erwina Winiger. Sie leitet die Abteilung Kind, Jugend, Familie der Stadt Zug. Insbesondere bei Frühlings- und Herbstferien stehen oft bis zu 30 Kinder auf dieser Liste. Dies bei 50 Plätzen. Die Stadt plant deshalb, die Anzahl der Betreuungsplätze für Frühlings- und Herbstferien zu erhöhen. Dazu muss jedoch auch die Politik noch ihr Einverständnis geben.

Ein ebenfalls grosses Angebot an Ferienbetreuung bieten die beiden Gemeinden Baar und Neuheim. Sie decken acht Wochen Schulferien ab. In Neuheim ist das Angebot allerdings ganz neu und startet in eine zweijährige Pilotphase. Es wird ab dem kommenden Schuljahr angeboten. Trotz vorheriger Abklärung scheint der Bedarf derzeit noch nicht vorhanden zu sein, wie Rektor Dominik Lehner erklärt: «Bis anhin ist die minimale Anzahl von vier Kindern pro Ferientag nicht zu Stande gekommen.» Deshalb gebe es nun für die Ferienbetreuung 2018 eine Nachmeldefrist bis Ende Oktober. «Das Angebot ist noch ganz neu, ich denke, es muss auch noch etwas bekannter werden.» Ebenfalls ein Faktor könnte sein, so schätzt Lehner, dass in Neuheim die familienergänzende Kinderbetreuung bei Kleinkindern hauptsächlich über Tagesmütter bewerkstelligt werde. «Und diese können auch später, während der Schulferien, die Betreuung übernehmen.» Die zweite Berggemeinde, die eine Ferienbetreuung anbietet, ist Menzingen. Dort werden vier Wochen betreut: jeweils die zweite Herbst- und die zweite Frühlingsferienwoche sowie die letzten beiden Wochen der Sommerferien.

In Cham und Hünenberg gibt es je sechs Wochen Betreuung. Diese werden aber nicht direkt von der Gemeinde organisiert. Sie beteiligen sich jedoch an den Kosten. In Cham heisst der Verein Zukunft Kinder (Zuki), und in Hünenberg wird die Ferienbetreuung durch den Verein Familie plus organisiert. Bei beiden Organisationen können auch Kinder aus anderen Gemeinden während der Ferien betreut werden. Sie bezahlen dann jedoch den Höchsttarif (siehe Tabelle).

Hier gibt es «keinen Bedarf»

Die übrigen fünf Gemeinden Risch, Steinhausen, Walchwil, Unterägeri und Oberägeri bieten keine Ferienbetreuung an. Risch verweist auf die Möglichkeit in Cham. Zudem biete die Krippe des Unternehmens Roche auch Ferienbetreuungsplätze für Kinder an, deren Eltern nicht für das Unternehmen arbeiten. Dort kostet der Platz 135 Franken pro Tag und ist für Kinder ab dem zweiten Kindergarten bis zur fünften Klasse verfügbar, wenn die Krippe freie Plätze hat.

Die Gemeinde Unterägeri verweist ihrerseits auf das private Angebot von «Coaching and More». Diese bieten bei Bedarf während zehn Wochen eine Ferienbetreuung an. Die Kosten: 80 bis 150 Franken pro Tag. Dass die Schule selber aktiv wird, sei derzeit nicht geplant, sagt Rektor Erich Schönbächler. «In meinen drei Jahren als Rektor ist bisher noch niemand mit diesem Anliegen an mich getreten. Ich denke, im Moment besteht hier kein Bedürfnis. Und mit dem angekündigten Sparprogramm des Kantons, welches einiges an Finanzlasten zu den Gemeinden verlagert, wird es wohl aus finanziellen Gründen auch nicht so schnell ein Thema werden.»

Eine kantonale Lösung – der Ferienpass

Eine Ferienwoche ist hingegen in allen Gemeinden betreut. So schreibt der Kanton vor, dass die Schulen während einer Woche in den Sportferien auch für die Kinder, die in keinem Ferienlager sind, ein Programm anbieten müssen. Zusätzlich gibt es auch den Ferienpass, der während der Sommerferien während dreier Wochen ein Tagesprogramm anbietet. Unter dem Namen Ferienpass-Club, im Programm als Fepa-Club gekennzeichnet, werden die Kinder ab dem 2. Kindergarten bis zur 5. Klasse betreut. Dies kostet zusätzlich zum Ferienpass, der ab 30 Franken im Vorverkauf erhältlich ist, 50 Franken pro Tag. Derzeit hat es an den meisten Tagen noch freie Plätze.

Die Zuger Angebote

Gemeinde Betreute
Ferienwochen
Kosten
pro Tag* (Fr.)
Zug 10 25
Baar 8 25–100
Neuheim 8 75–125
Cham 6 25–110
Hünenberg 6 35–125
Menzingen 4 28–70
Risch, Steinhausen
Walchwil, Unterägeri,
Oberägeri
0

*Mindest- und Maximalbetrag für Eltern

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