Kanton Zug lockert Besuchsverbot in Pflegeheimen

Unter Einhaltung der Hygienevorschriften können die Heime ab dem 5. Mai eingeschränkte Besuche von Angehörigen ermöglichen. Die konkreten Regelungen werden dabei jeweils von den Institutionen erarbeitet und an die räumlichen Voraussetzungen angepasst.

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Menzingen: Im Zentrum für Pflege und Betreuunng Luegeten können sich Angehörige mit den Bewohnern in «Plauderboxen» treffen. Pflegedienstleiter Adrian Weibel hält den Vorhang auf.

Menzingen: Im Zentrum für Pflege und Betreuunng Luegeten können sich Angehörige mit den Bewohnern in «Plauderboxen» treffen. Pflegedienstleiter Adrian Weibel hält den Vorhang auf.

Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 1. April 2020)

(mua) Um besonders gefährdete Personen während der Coronapandemie zu schützen, hat die Gesundheitsdirektion am 16. März ein generelles Besuchsverbot in allen Pflegeheimen des Kantons erlassen. Da die Zahl der Neuansteckungen in den letzten Wochen deutlich zurückgegangen ist, kann dieses Besuchsverbot nun vorsichtig gelockert werden, wie die Gesundheitsdirektion in einer Mitteilung schreibt. Diese Anpassungen treten per sofort in Kraft.

Die Bedingungen werden auf jeweilige Verhältnisse angepasst

Die genauen Vorgaben, unter welchen Besuche möglich sind, werden von den jeweiligen Pflegeheimen geregelt. Die Verhältnisse, etwa was Räumlichkeiten oder Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner angeht, sind unter den Heimen im Kanton sehr unterschiedlich. Es sei deshalb nicht sinnvoll, für alle Institutionen dieselben Regeln aufzustellen, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner müsse bei allen Besuchen mit geeigneten Massnahmen sichergestellt werden.

Diese Massnahmen können unter anderem vorsehen, dass in den Heimen definierte Begegnungszonen geschaffen werden. Zudem kann auch eine maximale Anzahl von Besuchen sowie eine maximale Besuchsdauer festgeschrieben werden.

Schutz der Gesundheit hat Priorität

Da auch die Erfahrungen im Kanton Zug bestätigen, dass ältere Personen besonders durch das Coronavirus gefährdet sind, wird das Besuchsverbot in diesem ersten Schritt nur zurückhaltend gelockert. Grössere Familienbesuche werden nach wie vor nicht möglich sein. «Gleichzeitig müssen wir auch auf die psychische Gesundheit der Heimbewohnerinnen und -bewohner Acht geben. Dafür sind Besuche von Angehörigen sehr wichtig», führt Gesundheitsdirektor Martin Pfister aus.

Um die gefährdeten Menschen zu schützen, dürfen Personen, welche  Symptome der Krankheit Covid-19 verspüren, nach wie vor keine Angehörigen in Pflegeheimen besuchen. Personen, welche Angehörige in Pflegeheimen besuchen möchten, sollten direkt mit dem jeweiligen Heim Kontakt aufnehmen, schreibt die Gesundheitsdirektion. Das Heim kann so direkt informieren, unter welchen Umständen Besuche möglich sind und welche Schutzmassnahmen zu beachten sind.