KANTON ZUG: Mais und Wiesen sprossen tüchtig

Ein früher Frühling und der anschliessende warme Sommer lassen die Futterreserven für den kommenden Winter anwachsen. Wer Heu verkaufen will, hat’s jedoch schwer.

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Heuer wurde früh gemäht. (Bild: Werner Schelbert (Baar, 17. März 2017))

Heuer wurde früh gemäht. (Bild: Werner Schelbert (Baar, 17. März 2017))

Kühe, Rinder, Pferde und vor allem deren Halter erwartet im Kanton Zug wohl ein guter Winter. Zumindest in Sachen Futter. «Es war ein perfektes Mais- und Wiesenjahr», sagt Willi Gut. Der Lehrer und Berater für Futterbau am Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszen­trum Schluechthof erklärt, dass in diesem Jahr deutlich mehr Gras geschnitten werden konnte als in durchschnittlichen Jahren. «Es hat immer zum richtigen Zeitpunkt geregnet.» Zudem habe das Wachstum der Wiesen in diesem Jahr früh begonnen. So sei insbesondere der erste Schnitt ergiebiger gewesen als in anderen Jahren. Für ­das Vieh bedeutet dies, dass es ­­den ganzen kommenden Winter lang Heu des eigenen Betriebes fressen kann. Dieses hat in diesem Jahr besonders viele Nährstoffe, weil die Bauern auch, dank vielen Schönwetterperioden, immer wieder zum richtigen Zeitpunkt ernten konnten – ohne Regen. «Denn das geschnittene Gras würde viele Nährstoffe verlieren, wenn es verregnet wird.»

Der zweite wichtige Bestandteil des Winterfutters ist der Futtermais. Bei diesen ist man mit den Ernten fast zwei Wochen früher dran. «Ein erstes Feld beim Campingplatz in Zug wurde bereits vor einer Woche geerntet», so Gut. In anderen Jahren war dies erst um den 10. September der Fall. «Das hat mit den warmen Temperaturen zu tun. Der Mais spricht auf Wärme an.» Der Mais hatte zwar beim Kälteeinbruch im Frühling Startschwierigkeiten. «Nach der Kälte waren die Bedingungen aber super.»

Wer zu viel hat, bringt es nicht los

Willi Gut geht davon aus, dass in diesem Jahr die meisten Bauern wohl im Winter kein Problem mit dem Futter haben werden und nicht zusätzlich Heu und Mais zukaufen müssen. «Wer derzeit sein Heu ab Feld verkaufen will, findet keine Abnehmer.» Dies wird nach den Einschätzungen von Gut wohl noch bis ins neue Jahr so bleiben.

 

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch